Kreuzfahrt: Bremerhaven – Amsterdam – Rotterdam – Brügge – Le Havre

Im März 2024 fanden wir – wieder einmal – ein echtes Reise-Schnäppchen: „7 Nächte Europas Westküste im Adventsglanz ab/bis Bremerhaven mit Mein Schiff 3“. Und das mit all inclusive für EUR 999,— pro Nase in der Außenkabine. Da mussten wir einfach zugreifen. Amsterdam kannten wir schon von früheren Reisen, Rotterdam, Brügge und Le Havre noch nicht. Wir waren gespannt auf die Städte. 

Reisezeitraum: 01.12.-08.12.2024
Text: Petra
Fotos: Petra und Harald

Tag eins: Anreise nach Bremerhaven

Am Sonntag dem 1.12. (1. Advent) standen wir zu nachtschlafender Zeit auf , frühstückten und machten uns ein mal mehr auf den Weg zum Bahnhof. Unser Zug nach Nürnberg war, man glaubt es kaum, pünktlich.

In Nürnberg hatten wir 1 Stunde Aufenthalt, bevor es mit dem ICE weiter nach Bremen ging. Unser Zug fuhr pünktlich ein und fast pünktlich los. Allerdings waren 2 Züge zusammengekoppelt. Der zweite ICE hatte Hamburg als Ziel. In Hannover sollten die Züge getrennt werden (wie gesagt: sollten). Leider ließen sich die Züge auf Grund technischer Probleme nicht trennen. Ein freundlicher Zugbegleiter machte uns darauf aufmerksam und versicherte allen Passagieren im Zug nach Bremen, dass man bemüht war, einen Ersatzzug in Hannover bereit zu stellen. Das klang ein bisschen vage. Überall in unserem Abteil wurden Handys gezückt und nach alternativen Verbindungen gesucht.

Kurz vor Hannover wurden wir informiert, dass kein Ersatzzug zur Weiterfahrt zur Verfügung stand, sondern wir mit dem Regionalexpress 8 weiterfahren müssten, der immerhin direkt bis Bremerhaven fuhr (unser eigentliches Ziel).
Allgemeine Begeisterung machte sich breit. Am Bahnsteig drängten sich verständlicherweise die Fahrgäste und wir stiegen in den überfüllten RE 8. In die erste Klasse zu gelangen war aussichtslos immerhin ergatterten wir Sitzplätze. 2 Stunden später waren wir in Bremerhaven. Dort stiegen wir in den bereitstehenden Shuttle, der uns zum Schiff brachte.

Das Einchecken ging ziemlich schnell vonstatten, unsere Koffer würden zu unserer Kabine 3012 gebracht werden. So genehmigten wir uns erst einmal einen kleinen Imbiss. Da ich frisches Obst liebe und es hier eine tolle Auswahl gab, füllte ich mir einen Teller, mischte einen Sommerspritzer und suchte mir einen Platz. Mein Mann kam mit Fleisch und Käse und einem Glas Rotwein. Nachdem wir uns gestärkt hatten, suchten wir unsere Kabine auf Deck 3 auf. Unser Koffer stand schon da, so konnte ich gleich auspackten.

Die Zeit bis zur obligatorischen Sicherheitseinweisung überbrückten wir mit einer kleinen Ruhepause und fernsehen. Die Einweisung ging sehr schnell vonstatten, sodass wir bei Zeiten zum Abendessen kamen. Wir gönnten uns das 5-Gänge-Menü im Atlantik, dem Hauptrestaurant auf den Schiffen der Mein-Schiff-Flotte. Das Essen war so fein, wie wir es gewohnt waren – einzig der Service holperte etwas – was uns zuvor noch nie passiert war.
Wohlgenährt verließen wir das „Atlantik“ und begaben uns in unsere Kabine. Das Unterhaltungsprogramm ließen wir sausen und begaben uns zu Bett, wo wir auch sofort einschliefen. Morgen war ja auch noch ein Tag.

Tag zwei: Seetag

Wir hatten gut geschlafen, waren ausgeruht und voller Tatendrang. Vor dem Frühstück wollten wir eine Runde schwimmen gehen. Der 25-m-Pool lockte. Also rein in die Badesachen und hinauf auf Deck 12. Dort angekommen begrüßte uns ein stürmischer Wind. In der Annahme das Wasser wäre halbwegs warm, verstauten wir den Bademantel und hielten die Zehen ins Wasser.

Die Zehenprobe glich einem Schock, es war nicht warm. Es war kalt. Aber jetzt wollten wir uns vor den anderen Schwimmern keine Blöße geben und stiegen mit Todesverachtung ins Wasser. Nach einigen Schwimmzügen ließ die Schnappatmung nach und es machte richtig Spaß. Nach 10 Runden aber kroch wieder die Kälte in uns hoch. Deshalb gingen wir nach nebenan ins Hallenbad und wärmten uns etwas auf, bevor wir wieder unsere Kabine aufsuchten.

Das Frühstück, das wir im Atlantik einnahmen, war wieder super lecker. Lachs und Heringe in allen Variationen. Da musste man einfach zugreifen. Und ein kleines Gläschen Sekt, um den erwachten Kreislauf wach zu halten. Nach dieser Stärkung begaben wir uns auf Deck 4 ins Theatro, wo wir Informationen über Amsterdam und Rotterdam bekamen. Anschließend referierte der Lektor Harald Spilker über Amsterdams Coffeeshop, Tulpen und Käse.

Wir spazierten durchs Schiff und über die Decks. Mit Getränken versehen machten wir uns einen faulen Tag mit Lesen in der Lounge. Zur Abendunterhaltung brauchten wir die Kabine nicht verlassen, man konnte ganz bequem alles vom Bett aus im Fernseher verfolgen. Nachdem wir Morgen früh in Amsterdam anlegen würden und wir die Stadt in Eigenregie zu Fuß erkunden wollen, löschten wir bald das Licht und schliefen schnell ein. Seeluft macht müde.

Buch-Tipp: Passagier 23 von Sebastian Fitzek

Wir finden, dass dieses Buch erst richtig Spaß macht, wenn man Fitzeks Geschichte mit den eigenen Erinnerungen an einen Aufenthalt auf einem Kreuzfahrtschiff in Verbindung bringen kann. Wer’s noch nicht kennt: Hier kann es bestellt werden.

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Tag 3: Amsterdam

Als wir am nächsten Morgen aus dem Fenster sahen, hatten wir schon am modernen Passenger Terminal Amsterdam (PTA) angelegt, der im Norden der Stadt liegt. Wir machten uns fertig und gingen zum Frühstück. Wir frühstückten etwas ausgiebiger, denn wir wollten uns doch einiges anschauen.

Wir verließen das Schiff und gingen am Oosterdokseiland Richtung Bahnhof. Linker Hand sahen wir das NEMO Science Museum, das man über eine Brücke erreicht und gegenüber das Grand Hotel Amrâth Amsterdam.

Wir bogen in die Straße Kamperbrug ein, vorbei an der Basilika Sankt Nicolas (eine historische Kirche mit Kunstwerken) und schlenderten an der Gracht Geldersekade entlang.  Nachdem wir sehr früh aufgebrochen waren, konnten wir Amsterdam ungestört erkunden. Viele sehenswerte Gebäude standen entlang der Gracht. Und unter anderem die Bronzestatue von „ Dame sitzen auf einer Bank“.

Wir durchquerten Chinatown  und bogen nach  der Korte Niezel in den Oudezijds Voorburgwal ein. An der  „De Oude Kerk“ sahen wir dieses Schild. Wäre doch schön, wenn so etwas auch in Deutschland verbreitetet wäre.

Vorbei am Quartier Rouge, dem Erotic Museum und dem Museum of Prostitution, – wohin waren wir nur geraten – führte unser Weg zum Begijnhof (Beginenhof), einem der ältesten Amsterdamer Grachtengärten, die die Stadt noch hat. Die Geschichte dazu kann man bei Wikipedia nachlesen. Dabei kamen wir noch am Amsterdam Dungeon vorbei, der eine Kombination aus Museum, Theater und Attraktion ist. Er informiert über tatsächlich vorgefallene Ereignisse aus der Geschichte Amsterdams.

Langsam wurden unsere Beine schwer und ein leichter Hunger machte sich bemerkbar. Wir beschlossen nun die Richtung zum Schiff einzuschlagen. Die Spuistraat entlang bis zum Raamsteeg. Dort bogen wir in die Singelstraße  ein und am Amsterdamsegrachten  Richtung Norden zum Bahnhof. Dabei schauten wir dem Treiben auf der Gracht zu. Wir schlenderten weiter auf der Prins Hendrikkade bis zum Bleistift von Amsterdam. Von dort über die Odebrug zum Bahnhof und dann zum Schiff. Müde und hungrig kamen wir an. Laut meinem Schrittzähler waren wir 10 km gelaufen. Als wir gemütlich beim 5-Gänge-Menue saßen, ertönte das Lied von „Unheilig: Große Freiheit“ und wir legten ab. Wenn wir aufwachen sind wir in Rotterdam.

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Buch-Tipp: Unnützes Wissen über Amsterdam

Wer Spaß an skurrilen und lustigen Fakten hat, für den ist dieses Buch ein echter Tipp. Über 200 verrückte, merkwürdige – auf jeden Fall aber sehr unterhaltsame Fakten hat Autor Vincent Hahn zusammengetragen.

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Tag 4 – Rotterdam

Wir hatten am Cruise Terminal angelegt. Neugierig auf die Umgebung stiegen wir hoch bis zum Aussichtsdeck. Ins Auge stach als erstes die Erasmusbrücke, benannt nach Erasmus von Rotterdam. Entworfen wurde sie von dem Architekten Ben van Berkel als asymmetrische Schrägseilbrücke. Die Rotterdamer nennen sie liebevoll „de Zwaan“ übersetzt der Schwan. Zu diesem Namen kam sie durch ihren 139 m hohen, weißen Pylon.

Wir frühstückten schnell und machten uns auf den Weg, Rotterdam zu erkunden. Runter vom Schiff und nach ein paar Meter standen wir auf der Erasmusbrücke. Sie ist 802 m lang und hat eine Hauptspannweite von 278 m. Ein kleiner Teil an der Südseite der Brücke kann aufgeklappt werden, so dass auch größere Schiffe durchfahren können. Wir blieben auf der Mitte der Brücke stehen, denn von dort hatte man eine wunderschöne Aussicht auf die Nieuwe Maas und die historischen Fassaden von Noordereiland, der Insel mitten im Fluss, und natürlich auch auf die moderne Skyline der Hochhäuser am nördlichen Ufer und auf dem Wilhelminapier am südlichen Ufer. Unser erstes Ziel war die Markthalle. Da es nach Regen aussah, rissen wir uns von der tollen Aussicht los und marschierten auf der Schiedamsedijk Straße, Richtung Innenstadt. An der Kreuzung Churchillplein-Blaakstraße bogen wir rechts in die Blaakstraße ein. Am Eck steht das Maritiem Museum – ein Multimedia-Schifffahrtsmuseum mit alten Schiffen und Hafenmodellen sowie interaktiven Ausstellungen für Kinder. Absolut sehenswert. Beim Kunstwerk Blaak bogen wir links in die Dominee Jan Scharpstraat und rechts in die Verlengde Nieuwstraat ein und schon standen wir vor der Markthalle. Ich habe schon einige Markthallen gesehen, aber keine wie in Rotterdam.

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Reiseführer Rotterdam

Buch-Tipp: Rotterdam Reiseführer

Wann immer man eine Stadt besucht – ein guter Reiseführer ist Gold wert. Wir legen Ihnen diesen hier ans Herz.
Neben großen Sehenswürdigkeiten gibt er auch Tipps für weniger bekannte – aber um so schönere – Ecken.

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Dies ist nicht nur eine Markthalle, sondern vereint Marktstände, Wohnen, Geschichte und Parken unter einem Dach. Unter dem Bogen, der komplett mit 3D-Fotos von Lebensmitteln bedeckt ist, kann man an über 100 Marktständen Produkte einkaufen. Das Gebäude wurde vom 

Architekturbüro MVRDV entworfen, die 11000 qm große Decke ist ein riesiges Kunstwerk von Arno Coenen.

Kulinarische Genüsse aller Art wie Käse, Würste, Gewürze, Obst, Gemüse, Wein, Öle etc. wurden angeboten. Man konnte vieles probieren. Und es war soooo lecker und die Verkäufer und Verkäuferinnen so nett. Da man alles eingeschweißt bekam, haben wir richtig zugeschlagen.

Mit unserer Beute zogen wir zu den Imbissständen. Etwas typisch niederländisches sollte es sein, deshalb  entschieden uns für Bitterballen: frittierte Fleischkroketten und dazu einen Glühwein, um uns aufzuwärmen. Beides war lecker und so gestärkt verließen wir die Markthalle.

Da wir auf der gegenüberliegenden Seite die Markthalle verließen, befanden wir auf dem Platz, auf dem die berühmten Kubushäuser – ein Haus wie ein Baum – stehen. Faszinierend. Jedes Kubushaus ist einem Baum nachempfunden, mit dem Eingang und dem Treppenhaus im „Stamm“.  Dies ist der untere Teil, der aus grauem Betonstein gemauert ist.

 Die „Krone“, um 45 Grad gedreht, ist die eigentliche Wohnung mit drei Etagen.

Etage 1: Küche und Wohnraum, Etage 2: zwei Schlafzimmer und Bad. Etage 3: ganz oben, hell durch Fenster ringsherum, Kinderzimmer oder ein Aufenthaltsraum zum Lesen oder Musik hören. 

Da  es schon leicht tröpfelte setzten wir unseren Weg fort. Das nächste Ziel: der Oudehaven oder alte Hafen, war der erste Hafen der Stadt aus dem Jahr 1350. Heute ist der Alte Hafen ein Unterhaltungszentrum, mit einer Ansammlung von Terrassen und Restaurants.

Neben dem Hafen steht Het Witte Huis (das Weiße Haus),gebaut 1898,  der erste anerkannte Wolkenkratzer  Europas, mit  45 Meter Höhe. Das zehnstöckige Gebäude im Jugendstil wurde vom niederländischen Architekten Willem Molenbroek entworfen und steht auf 1.000 Pfählen, damit es nicht in den weichen Boden sinkt. Nachdem es jetzt stärker regnete verging uns die Lust an sightseeing und wir kehrten auf unser Schiff zurück.

Aber es hätte noch sehr viel zu entdecken gegeben. Für alle die länger in Rotterdam bleiben und nicht wie wir, nur ein paar Stunden, hier noch einige Tipps

Euromast: Mit einer Höhe von 182 Metern ist der Euromast der höchste Aussichtsturm der Niederlande und ein fester Bestandteil der Skyline von Rotterdam.  Bei gutem Wetter kann man die Städte Den Haag, Delft und Gouda erkennen. Für Kaffeeliebhaber: In der Kaffeecorner im Erdgeschoss findest du einen der besten Kaffees von Rotterdam.

Remastered: Die alten holländischen Meister werden von den neuen holländischen Meistern in überarbeiteter Form herausgegeben. Digitalstudios haben eine ganz neue Welt geschaffen. Eine Welt, in der man in die farbenfrohen Szenen eines Van Gogh eintauchen kann. Während eines 60-minütigen Erlebnisses kann man durch einen Wasserfall gehen, ein eigenes UFO auf einem riesigen LED-Bildschirm steuern und fliegen. Nachlesen bei: remastered.nl

Miniworld, Zoo und Freizeitparks

Die St.-Laurentius-Kirche (Sint Laurenskerk) zwischen 1449 und 1525 erbaut, ist  ein spätgotisches Bauwerk. Ursprünglich als katholische Kathedrale wurde es nach der Reformation 1572 zur protestantischen Kultstätte umgebaut. Eine der Hauptattraktionen der Kirche ist das Glockenspiel.

Beliebteste Straße: Witte de Withstraat ist eine trendige Straße voller Bars, Restaurants, Kulturzentren und Kunstgalerien. 

Morgen früh, wenn wir aufwachen sind wir in Zeebrügge.

Tag 5: Zeebrügge und Brügge, die Hauptstadt von Westflandern im Nordwesten Belgiens

Wir haben im Industriehafen von Zeebrügge angelegt. Da der Hafen nicht einfach zu Fuß betreten werden darf und wir sowieso per Bahn nach Brügge – etwa 20 km entfernt – wollten, brachte uns der Bus zum Bahnhof. Nette Bahnangestellte halfen uns mit den Tickets. Da unser Zug erst in einer guten halben Stunde gehen würde, umrundeten wir noch das Bahnhofsgebäude und gingen durch einen kleinen Park. Zurück am Bahnhof kam auch schon unser Zug und wir fuhren pünktlich ab nach Brügge. Pünktlicher Zug – anscheinend gibt es  das wirklich. In Brügge angekommen stiegen wir eine Behelfsbrücke hoch, überquerten so eine Kreuzung und machten uns auf in die Innenstadt, die im Jahr 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde. 

Charakteristisch sind die Kanäle, weswegen Brügge auch als „Venedig des Nordens“ bekannt ist, die Kopfstein-gepflasterten Straßen und mittelalterlichen Gebäude.

Landestypische Spezialitäten, wie Schokolade, Pralinen, Waffeln, belgische Pommes und das belgische Bier wollten wir probieren. Also auf. 

Wir schlenderten die Oostmeers Straat entlang, bogen rechts in die Goezeputstraat, links in die Kleine Heilige Geeststraat und rechts wieder in die Sint-Salvatorskoorstraat ein. Am Ende der Straße bogen wir in die Steenstraat ein und standen plötzlich vor einem Schuhgeschäft, das mit Prozenten warb.

Jeder der mich kennt, grinst jetzt.

Ja, wir sind reingegangen und haben ein Paar Schuhe gekauft. Schöne Schuhe. Nein nicht für mich, sondern für meinen Mann. Komisch, er findet im Ausland immer schönere Schuhe als zuhause.

Wir schlenderten über den Weihnachtsmarkt und die verschiedenen, leckeren  Düfte erzeugten ein leichtes Hüngerchen. Da es doch leicht schattig war, gingen wir lieber in ein kleines Bistro. Wir bestellten Pommes, mein Mann ein Bier und ich einen leckeren Tee. Die Pommes waren außen knusprig, innen weich und gut gewürzt. Das Bier dunkel und süffig. Nach dieser Stärkung zogen wir weiter zum Weihnachtsmarkt am Burgplatz.

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Film-Tipp: Brügge sehen und sterben

Herrlich schwarzhumorige Komödie mit  Colin Farrell, Ralph Fiennes, Brendan Gleeson u.a., die Sie mitnimmt ins vorweihnachtlich verschneite Brügge. So schönes Wetter hatten wir nicht – aber dafür gibt’s ja diesen Film. Da kann man sich das anschauen und wird dazu noch bestens unterhalten.

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Die Burg, eher ein Schloss durch die filigranen Türmchen, könnte auch von König Ludwig, dem Märchenkönig, sein. Durch die Beleuchtung und dem weihnachtlichen Flair konnte man verstehen, dass die Brügger diesen Platz die Seele Brügges nennen.

Wir tranken Glühwein und aßen Waffeln. Der Glühwein war ok, aber die Waffeln haben mich nicht überzeugt.

Auf unserem Rückweg erblickten wir auch noch den Belfried (83m hoch) mit der Stadthalle zu seinen Füßen. Er wacht seit  Jahrhunderten über seine Stadt, wurde zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert erbaut. Zwischen 1482 und 1486  bekam er seinen achteckigen Aufbau aus Brabanter Sandstein. Ursprünglich wurde er noch von einer hölzernen Turmspitze gekrönt. Kurz nach der Fertigstellung ging sie bei einem Brand verloren und  1741 durch einen Blitzeinschlag erneut zerstört. Mittlerweile ist er als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt worden. Leider hatten wir nicht mehr die Zeit, die 366 Stufen bis zur Spitze hinauf zusteigen.

Auf unserem Rückweg gingen wir durch verschiedene Gässchen und entdeckten süße kleine Geschäfte. An einem Geschäft kamen wir einfach nicht vorbei. Die Auslage zog uns magisch in den Laden. Schokolade, soweit das Auge reichte. Hier mussten wir einfach nochmals zuschlagen. Da die Auswahl furchtbar schwer fiel, vertrödelten wir Zeit und  mussten uns sputen, um unseren Zug zu erreichen. Die Rückfahrt zum Schiff verlief ereignislos und wir freuten uns auf unsere warme Kabine.

Fazit: Brügge ist eine Stadt, der man mehr Zeit, als ein paar Stunden widmen sollte. Wir werden wiederkommen, aber diesmal mit mehr Zeit im Rucksack.

Wir freuten uns auf den nächsten Tag. Wenn wir aufstehen, werden wir in Le Havre sein.

Buch-Tipp: Stadtführer Brügge: Die Perle Flanderns

Wer nicht gänzlich unvorbereitet in diese schöne Stadt fahren möchte, besorgt sich vorher einen Stadtführer. Dieser hier wartet mit zwei Plänen auf und zahlreichen, bebilderten Tipps.

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Tag 6: Le Havre

Le Havre wurde von Franz I. erbaut und wurde reich mit Sklaven, Zucker und Kaffee. in der Belle Epoque einangesagter Badeort und im 2. Weltkrieg zerstört. Vor August Perret wieder aufgebaut: modern hell und funktionell.

Augen auf und zum Fenster. Ja wir lagen am Kai und würden bis 18.00 Uhr bleiben.

Schnell ins Bad, dann Frühstück und los. Der Bus brachte uns zum Place de Hotel d’Ville (Rathausplatz). Voller Vorfreude machten wir uns auf, die Stadt zu erkunden. Wir gingen die Rue de Paris entlang und trafen auf „la Maison de la Culture du Havre“, das durch seine Form den Spitznamen „Le Volcan“ bekam. Die Bauzeit dauerte 10 Jahre von 1972 – 1982. Erbauer war der Stararchitekt der Modernen Oscar Niemeyer. Die sanierte Anlage wurde zu einem Doppelvulkan. Im Inneren des Grand Volcan ist die Bühne der Scène National und Le Petit Volcan beherbergt die Mediathek von Le Havre, mit Hörmuscheln für Audiomedien, Film- und Fernsehzimmer und sehr schnellem WLAN. Ein Besuch lohnt sich.

Gegenüber von Le Volcan befindet sich der Place General de Gaulle mit dem „Monuments aux Morts“ und etwas entfernt sieht man die Fußgänger-Brücke aus Stahl „Passerelle François le Chevalier“, eine Schrägseilbrücke mit Fächersystem. Weiter die Rue de Paris entlang bis zur Cathédrale Notre Dame. Sie ist sehr schön, hat aber keine Ähnlichkeit mit Notre Dame in Paris. Nachdem wir noch zu den Markthallen wollten, gingen wir die Rue de Paris zurück, bogen links in die Rue Richelieu ein und kurz darauf rechts in die Rue Bernardin de Saint-Pierre. Man läuft direkt auf die Markthallen zu. Außen sind Verkaufsstände mit allerlei Leckereien. Wir schlenderten durch die Hallen und standen plötzlich vor dem hübsch dekorierten Laden „le tour des douxes“. Am Eingang stand eine Letterbox für Briefe an den Nikolaus. Leider hatte ich weder Briefpapier noch Bleistift dabei.

Da wir gerne Kirchen anschauen, ob im In- oder Ausland, wollten wir zu St Michel. Deshalb bogen wir links wieder in die Rue Bernardin de Saint-Pierre ein, durchquerten einen Minipark  und kamen in die Pl de l’Hotel de Ville. Wir überquerten die Rue Gearges Braque, bogen in die Rue Marcel Ginouvier ein bis zur Rue Henry, der wir bis zu einem Kreisel folgten und schon standen wir vor St. Michel. Sie ist eine moderne Kirche, die 1964 fertiggestellt wurde. Das Dach stellt die Bibel als aufgeschlagenes Buch dar, der Kirchturm 42 m hoch und vom Gebäude abgesetzt, eine Kerze.

Ein großer Wandteppich mit dem Titel Joie Pascale (Osterfreude), schmückt seit 1976 die Wand am Ende des Chors. Durch eine Reihe von bemalten Glasfenstern wirkt die Kirche sehr hell und freundlich.

Langsam mussten wir uns auf den Rückweg machen. Nach Verlassen der Kirche hielten wir uns links und bogen an der Kreuzung rechts in die Avenue René Coty ein, der wir bis zum Rathaus folgten.

Der Park vor dem Rathaus-Theater und dem Rathaus, der weihnachtlich geschmückt war,  nahm uns gleich gefangen. Hier mussten wir erst einmal fotografieren. Auch der kleine Weihnachtsmarkt mit Kinderkarussell und Riesenrad gefiel uns sehr. Der Duft von gebrannten Mandeln begleitete uns, als wir durch den Markt schlenderten. Viele hübsche Dinge wurden angeboten. Den Stand mit Pokemon und anderen Plüschfiguren musste ich einfach fotografieren, denn auch ich besitze 2 Pikachus, sogar einen original aus Japan. Nun mussten wir uns sputen, um rechtzeitig den Bus  zu erreichen. Morgen haben wir einen Seetag und übermorgen werden wir in Bremen vor Anker gehen. Es war eine sehr interessante Reise, mit vielen schönen Eindrücken.

Noch etwas zur Geschichte von Le Havre:

Le Havre (zweitgrößter Hafen Frankreichs) wurde 1517 von König Franz I. als militärisch, strategischer Hafen an der Mündung der Seine gegründet. Jahrhunderte lang wurde er als europäischer Auswanderungshafen für die Überfahrt nach Amerika genutzt. Im 19. Jahrhundert wurde Le Havre zu einem wichtigen Handelszentrum (Kaffee, Baumwolle, Gewürze, Tropenhölzer). Im Zweiten Weltkrieg wurde Le Havre schwer zerstört, der Hafen verwüstet.

Nach dem Krieg wurde die Stadt vom Architekten Auguste Perret geplant und wieder aufgebaut. Charakteristisch für Perret ist die moderne Betonarchitektur. Seit 2005 gehört die Innenstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Viele (aber nicht alle) unserer Fotos machen wir mit der EOS R10 von Canon. Wir verwenden Sie im Moment mit dem mitgelieferten RF-S 18-45mm F4.5-6.3 is STM Zoomobjektiv.
Und wir lernen die Möglichkeiten dieser tollen Kamera gerade erst kennen.
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