Wir entdecken Vason/Südtirol und Seefeld/Tirol

Petras Reisefund: 5 Tage Südtirol, oberhalb von Trento in den Bergen in einem Dörfchen namens Vason, all-Inklusive mit Sauna, Schwimmbad und der südtiroler Bergwelt direkt vor der Haustür. Klingt gut und war dank ausklingender Sommersaison und noch nicht erreichter Wintersaison auch recht günstig.  Aber für vier Nächte den ganzen Weg bis nach Trento? Das kann man natürlich machen – aber wenn man auf dem Rückweg noch mal einen Zwischenstop einlegt, wird’s gemütlicher. 

Gefunden hat Petra ein Hotel im Ortskern von Seefeld/Tirol, wo wir unsere Heimfahrt für drei weitere Nächte unterbrochen haben.

Reisezeitraum: 06.09.2024 – 14.09.2024

Die Hotels:
Italien: Alpine Mugon
Österreich: Alpenlove – Adult SPA Hotel

Text: Harald
Fotos: Petra und Harald

Anreise nach Südtirol, eine alternative Route, bergauf durch die Serpentinen und  ein botanischer Garten

Es ist nicht so, dass wir passionierte Frühaufsteher sind – aber am Reisetag hat es sich bewährt – auch bei Strecken, die nicht ganz so lang sind. 

Wenn man die Strecke von unserem Zuhause nach Vason bei Google-Maps anzeigen lässt, wird einem als schnellste Route die Strecke über München angezeigt. Das stimmt aber selten. Auch wenn man – wie wir – schon um 3.55 losfährt. Um München herum ist es einfach immer recht voll. Drum fahren wir schon seit Jahren über die B15n und die B15 über Rosenheim Richtung Inntal-Autobahn und von da über den Brenner, wenn wir nach Italien wollen.

Wegen einer ziemlich großen Baustelle bei Schwaz haben wir’s diesmal allerdings noch etwas alternativer gemacht. Wir sind auf der 92 geblieben bis Oberschleißheim und von da am Ammersee entlang Richtung Innsbruck gefahren. Abgesehen von einem kleinen Verfahrer nach unserer ersten Kaffeepause hat das prima funktioniert. Die Strecke ist zwar nicht besonders schnell – aber extrem entspannt und sehr schön, weil der See immer mal wieder durch die Bäume blitzt und man später allmählich in die Berge hineinfährt.

Wenn man diese Route fährt, kommt man über ein recht steiles Bergab-Stück nach Innsbruck hinein. Hier bot uns der Fahrer eines ziemlich sportlichen BMW ein kleines Schauspiel. Er hat diesen kurvigen Streckenabschnitt nämlich als eine Art Rennstrecke benutzt. Rauf, so schnell es geht, oben wenden, wieder runter. Wir sind nach seiner oberen Wende seinen Spuren gefolgt – kurz vor Ende der Passage kam er uns schon wieder entgegen.

In Innsbruck haben wir noch mal „billigen“ österreichischen Sprit gefasst.

Um über den Brenner zu kommen, war die Brenner-Staatsstraße unsere Wahl. Auch nicht schnell – aber schön. An bestimmten Tagen ist diese Strecke allerdings für den Durchgangsverkehr Richtung Italien gesperrt. Nicht an unserem Reisetag – aber an den Wochenenden sollen die Massen an Touri-Autos von den Dörfern ferngehalten werden. Sehr verständlich. 

Ab Sterzing dann wieder Autobahn fast bis Trento. Die letzten Kilometer sind wir wieder Landstraße gefahren, weil uns die großen Anzeigen an der Autobahn vor einem Stau warnten, den es aber vermutlich nicht gab. Na ja – besser so, als andersherum. 

Der Weg von Trento nach Vason ist etwas für Serpentinen-Fans. Steil, sehr kurvig und alternativlos. Man kommt nur über diese Straße hin. Außer man geht zu Fuß, dann könnte man als geübter Kletterer bestimmt auch abkürzen.
Während wir uns Kurve um Kurve unserem Ziel entgegen schraubten, hab’ ich mir überlegt, wie das wohl mit dem Bus sein würde. Wir wollten ja mit dem Bus nach Trento hinunter fahren. Wir haben es erlebt – mehr dazu später.
Schlussendlich standen wir vor unserem Hotel. „Ihr Ziel liegt rechts“, wie uns Tante Garmin wissen ließ.

Der Check-In verlief schnell und problemlos. Der junge Mann, der uns unsere Zimmerkarten gab, pries uns noch die Trento-App an, mit der wir zahllose Vorteile in der Südtiroler Region genießen konnten wie beispielsweise kostenfreie Fahrten mit öffentlichen Bussen.

Ich nahm mir vor, das Teil gleich auf dem Zimmer einzurichten, was ich dann aber vergessen habe und drum haben wir beim ersten Sight-Seeing-Punkt des Tages auch NICHT den Eintritt gespart. 

Botanischer Alpengarten Viote Monte Bondone

Mit dem Auto ist man von Vason aus in ein paar Minuten dort. Es gibt einen recht geräumigen Parkplatz. Eine große Info-Tafel markiert den Weg zum eigentlichen Eingang, vorbei an einem Kinderspielplatz. 

Ob das so klug ist? Was muss man Kindern versprechen, damit sie an dem Spielplatz vorbei mit in den botanischen Garten gehen und den Spielplatz auf später verschieben?

Der botanische Garten ist eine schöne Anlage, die jede Menge interessantes zum Thema alpenländische Flora zu bieten hat – inklusive einem Mini-Bergsee mit Schauglas über die komplette Höhe hinweg. Die Hanglage macht es möglich.

Aber bevor man das sieht, muss man erst einmal hinein. Wie sich herausgestellt hat, ist die Touri-App doch nicht in einer Minute eingerichtet. Damit wir an dem Nachmittag auch noch in den Garten kommen, haben wir je einen Fünfer Eintritt bezahlt, statt uns mit dem Ding in aller Öffentlichkeit zu ärgern.

Alles in allem haben wir uns zwei Stunden in dem Garten herumgetrieben. Und man muss sagen: Im Frühling ist er vermutlich schöner, als Anfang September aber schön war’s trotzdem. Mehr zum Viote Monte Bondone gibt es auf der Website.

Südtirol-Krimi: Band eins

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Es gibt etwas zu essen.

Trotz Reiseproviant schielten wir (na gut, hauptsächlich ich) im Lauf des Nachmittags immer mehr Richtung Abendessen.
Wir hatten All-inkl. und Menü mit Service am Platz. Inkludiert ist neben einem Drei-Gänge-Menü Bier, Wein und Softdrinks sowie Kaffee.
Beim Wein wird man gefragt, ob man einen Viertelliter oder einen halben Liter möchte. Und es gäbe auch Liter-Karaffen. Aber wir wollen ja nicht übertreiben. Also hab’ ich mir einen halben Liter roten Hauswein bestellt, bei dem ich auch den ganzen Aufenthalt über geblieben bin und Petra nahm ein Viertel weiß – von dem ich auch noch etwas abbekommen habe.

Das Essen ist fein, schön angerichtet, da man am Platz (man bekommt einen festen Platz für den ganzen Aufenthalt) bedient wird, kann man tatsächlich zusammen Abend essen, was beim Buffet ja eher nicht der Fall ist.

Nach dem Abendessen zog’s uns recht bald Richtung Bett. Für Tag zwei stand ja ein Tagesausflug nach Trento auf dem Programm.

Eine Busfahrt, Trient und digitale Verwirrung.

Die Küche in Südtirol ist klasse – abgesehen vom Frühstück – wenn es typisch italienisch ist. Da mag man es in Italien anscheinend süß und nicht besonders vielseitig. Im Alpine Mugon kommt man den Gästen von jenseits der Alpen allerdings entgegen und serviert auch etwas Wurst und Schinken, Käse sowie Rührei. Alles in allem ganz ordentlich – aber eben ziemlich  süßgebäcklastig.

Für heute haben wir uns Trient vorgenommen. Das Wetter spielt mit und wir wollen mit dem Bus hinunterfahren. 

Die Bushaltestelle ist nur einen Steinwurf vom Hotel entfernt am Dorfplatz (wenn wir gleich entdeckt hätten, dass wir nur die Treppe bei der Restaurant-Terrasse nehmen brauchen, um quasi schon fast da zu sein, wär’s sogar in Spuckweite gewesen). 

Ich hatte die Touri-App am Abend noch eingerichtet und man sagte uns, dass man damit gratis mit dem Bus fahren könne. Ich meinte verstanden zu haben, dass man den QR-Code den man sich in der App anzeigen lassen kann, dem Busfahrer zeigen muss. Richtig ist, dass man mit der App im Bus einen QR-Code scannen muss, um für die Fahrt quasi ein gültiges Ticket zu haben.

Nach ein bisschen Herumprobieren und der freundlichen Unterstützung durch ein italienisches Paar hat’s schließlich funktioniert und alle waren zufrieden. 

Die Busfahrt nach Trento ist für Flachländer schon eine Attraktion für sich. Der Bus (ein ganz normaler Bus, wie er auf jeder Stadtlinie eingesetzt wird) bremst sich die engen Serpentinen hinunter, hält gelegentlich und kommt schließlich in Trento am Busbahnhof an. Bei manchen Kurven kommen Zweifel auf, ob das gehen kann – aber natürlich geht es. Die machen das jeden Tag. Spannend wird’s wenn es Gegenverkehr gibt. Auf der Graden kein Problem – so breit sind die Straßen dann doch – aber in Kurvennähe hängt alles davon ab, wie schlau der Gegenverkehr reagiert. Schlau ist, deutlich vor der Kurve anzuhalten und zu warten. Weniger schlau ist, bis zur Kurve vorzufahren, zu erkennen, dass das so nix wird, weil der Bus nicht ums Eck kommt, ohne die Gegenfahrbahn mit zu benutzen und dann zurückzusetzen. Richtig doof ist, darauf zu bestehen, dass man irgendwie Vorfahrt hat.
Wir sind aber gut unten angekommen und haben uns vom Busbahnhof aus auf den Weg Richtung Altstadt gemacht.

Markt in Trento

Dem Bahnhof gegenüberliegend gibt es einen recht schönen Park und an dessen Rand fand gerade ein kleiner Markt statt. Wir mögen solche Märkte – wenngleich das Angebot nicht immer der romantischen Vorstellung eines Marktes, auf dem man die Erzeugnisse der regionalen Landwirtschaft zu günstigen Preisen kaufen kann, standhält. Hier wurde diese Vorstellung zumindest zum Teil erfüllt. Gekauft haben wir nichts – das hätten wir ja den ganzen Tag mit herumtragen müssen – aber Spaß gemacht hat’s trotzdem.

Domplatz

Vom Park aus folgten wir Petras Wegbeschreibung Richtung Domplatz. Der ist recht beeindruckend. Von zwei Seiten wird er von historischen Gebäuden begrenzt, an den anderen beiden Seiten stehen Wohn- und Geschäftshäuser und geben ein für diese Gegend typisches Stadtbild ab. Der Brunnen in der Mitte ist ein so beliebtes Fotomotiv, dass man ein bisschen Geduld braucht, um ein Bild zu machen, auf dem nicht irgendwer vor dem Brunnen posiert.

Petra hatte einen ihrer berühmten Zettel dabei, auf dem unser Stadtspaziergang skizziert war. Wenn man sich eine Stadt wirklich auf eigene Faust erlaufen möchte, ist das Gold wert.

Kaffepause

Der nächste Punkt auf der Liste war: Kaffee-Pause im Casa del Caffè. Wenn man die Via S. Pietro entlangläuft, kann man es eigentlich nicht verfehlen. Das Café ist beliebt und alle Tische waren besetzt. Wir erbten einen auf der anderen Straßenseite und konnten recht bald zwei Americano bestellen. Eine Karte bekamen wir nicht – was ein bisschen schade war. Die Americano waren eigentlich eine Verlegenheitsbestellung. Vielleicht hätte ein Blick auf die Karte uns ja Lust auf etwas anderes gemacht?
Die Americano bekommt man hier zum Selbermixen. Soll heißen: Der Kellner stellte uns je eine normale Kaffeetasse mit einem Espresso und ein kleines Kännchen mit heißem Wasser hin. So kann man sich entscheiden, wie amerikanisch man seinen Kaffee gerne trinken möchte.
Während dessen fiel uns auf, dass wir keine Ahnung hatten, welchen Preis die Betreiber für Ihre Kaffees als angemessen ansehen. Waren wir gerade in eine Touristenfalle getappt? Die vielen Einheimischen ließen vermuten, dass das ein solider Laden war. Und so war es auch. Als wir zahlen wollten, erklärte man uns, dass wir das drinnen erledigen sollen. Drinnen wurden wir gefragt, was wir bezahlen wollen. Anscheinend vertraut man hier seinen Gästen.
Als die ältere Dame an der Kasse schließlich drei Euro von uns wollte (für beide Kaffee wohlgemerkt), waren wir echt angenehm überrascht. So kann’s gehen. Unser Gefühl war richtig.

Tridentinisches Diözesanmuseum

Alte Gemäuer

Mit frischem Koffein in den Adern machten wir uns auf zum Castello del Buonconsiglio.  Der Bau ist wirklich beeindruckend. Wir entschieden uns, nur die öffentlich zugänglichen Bereiche zu besichtigen. Für einen Zehner kann man auch rein und wenn man es mit den Schlössern und Burgen in der Region ernst meint, dann kann man neben diesem auch noch weitere historische Bauwerke anschauen und eine richtige Tour daraus machen. Aber dafür braucht man locker eine Woche, wenn man nicht durchhecheln will. Es gibt eine ganz informative Website dazu.

Das haben wir uns anders vorgestellt

Anhand Petras Wegbeschreibung und hin und wieder ein bisschen mit Unterstützung durch Google-Maps spazierten wir durch die Altstadt-Gassen (auch etwas, das wir sehr mögen) weiter. Unser nächstes Ziel sollte eine Markthalle sein. Um’s abzukürzen: Die Markthalle entpuppte sich als recht übersichtliches Geschäft, in dem zwar eine Reihe regionaler (Bio-)Marken angeboten wurden – aber von einer Markthalle, wie man es sich unter der Bezeichnung vorstellt, war das weit weg. Wir hatten zwar vor, ein paar Sachen einzukaufen (Öl unter anderem) aber hier sprang uns einfach nix an. Wir zogen weiter und entschieden uns kurzerhand, in einen ganz normalen Supermarkt ein paar Straßen weiter zu gehen. Dort gab’s ebenfalls regionale Erzeugnisse und wir haben neben Öl und Nudeln u.a. auch Craft-Bier gekauft (standesgemäß in der Dose :-). Derart mit Einkäufen ausgerüstet, machten wir uns auf den Weg zum Bus-Bahnhof, wo wir die Wartezeit, bis zur Abfahrt Richtung Vason mit einer kleinen Brotzeit (das Hotel bot Lunch-Pakete an für die Gäste, die mittags nicht im Hotel waren) überbrückten. Es war bereits weit im Nachmittag und wir wollten heim.

Der Tag neigt sich dem Ende zu

Die Busfahrt zurück nach Vason den Berg hinauf war wie die Talfahrt ein Ereignis für sich. Der Bus kämpfte sich den Berg hinauf, der Fahrer bugsierte das Gefährt um Serpentinen herum und Station für Station näherten wir uns dem Hotel. Ich weiß immer noch nicht, wo die Knöpfe sind, um dem Busfahrer zu signalisieren, dass man aussteigen möchte. In Vason wollten noch andere Reisende aussteigen, drum haben wir das auch gar nicht wissen müssen.
Zurück im Hotel hielten wir uns gar nicht lange auf, die Einkäufe ins Zimmer zu bringen – wir gingen gleich Richtung Bar, bestellten Wasser (für Petra), Bier (für mich) und ruhten uns auf der Terrasse aus. Bis zum Abendessen war noch etwas Zeit, die wir mit noch mehr ausruhen sinnvoll nutzten.
Wie schon am Tag zuvor, legten wir uns nach dem wieder sehr feinen Abendessen recht bald hin.

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Hochzeitstag

Für den folgenden Tag war eher durchwachsenes Wetter angesagt – am Nachmittag sollte es sogar regnen. Also planten wir unsere Draußen-Aktivitäten für den Vormittag. Eine kleine Wanderung den Berg hinauf hatten wir uns vorgenommen.

Aber davor gibt’s natürlich Frühstück. Weil es unser Hochzeitstag war, hatte ich am Tag zuvor an der Rezeption gefragt, ob wir etwas Tischdekoration haben könnten – und vielleicht ein Gläschen Prosecco?

Eine richtige Überraschung war’s dann zwar nicht, weil Petra mitbekommen hatte, dass ich mit dem Rezeptionisten etwas verhandelt habe – aber die haben das so schön gemacht – DAS war dann schon wieder eine Überraschung. 

Der Tisch war mit Kerzen und Papierherzen und Blümchen geschmückt – und der (vermutlich) Dienstälteste der Service-Garde hat gratuliert und eine kleine Rede gehalten, als er den Prosecco brachte. Da wurde es uns direkt ganz warm ums Herz.
Am Abend kam auch noch die Chefin mit Glückwünschen, was dazu führte, dass die Gäste am Nebentisch aufmerksam wurden und sich anschlossen. So viel Aufmerksamkeit bekommt unser Hochzeitstag selten – zumal von völlig fremden Menschen, mit denen uns nur die Wahl des Hotels verbindet. 

Die große Bank

Unsere Wander-Pläne waren nicht sehr konkret. Wir sind einfach losgelaufen und haben den nächstbesten Weg genommen, der vom Dorfplatz aus den Berg hinauf führte. Wie sich herausstellte, ist der Weg im Winter eine Ski-Piste – beziehungsweise eine kleine Abfahrt von einer Liftstation (vom Tal kommend) zu der Station, die von Vason aus weiter nach oben führt. Ich glaube, dass die maximal einen Kilometer lang ist. Aber wenn man bergauf läuft, fühlt es sich gerne auch nach mehr an.
Am Fuß der Abfahrt wäre rechter Hand ein regulärer Wanderweg abgegangen. Das haben wir übersehen. War aber nicht so schlimm. Erstens wäre die Runde ohnehin zu lang gewesen (wir wollten ja wegen des angekündigten Regens am Mittag wieder im Hotel sein). Und zweitens hätten wir uns um ein kleines Abenteuer gebracht.
Der Pisten-Weg selbst ist ziemlich unspektakulär. Aber man wird am Ende mit einer grandiosen Aussicht belohnt, die sogar bei diesigem Wetter sehenswert ist (zumindest wenn Sie mich fragen). Die Aussicht ist sogar noch besser, wenn man sich auf die übergroße Bank setzt, die dort installiert ist. Eine Bank für einen Riesen. Ob es hier mal welche gegeben hat? Jedenfalls haben wir es versäumt, das Teil zu fotografieren. Drum gibt es diesen Link, über denn Ihr noch mehr Infos zu der Bank bekommt. Und ein Foto.

Bank und Liftstation stehen auf einem kleinen Plateau und es lohnt sich die Aussicht nach allen Seiten.

Abenteuerliche Wege

Aus dem bergseitigen Wald kamen einige Wanderer heraus, wodurch wir auf einen Weg aufmerksam wurden, der in den Wald hinein und wieder Richtung Vason zu führen schien.
Weil das Plateau eine Sackgasse ist und wir nicht den gleichen Weg wieder zurück gehen wollten, entschieden wir, es mit diesem Pfad zu versuchen. Markiert war er nicht – aber die grobe Richtung stimmte, wir hatten feste Schuhe an und waren neugierig.
Auf den ersten vielleicht 500 Metern war es ein schmaler Weg durch den Wald. Es roch gut (nach Wald eben) und wir waren ziemlich überzeugt, eine gute Wahl getroffen zu haben. Im zweiten Teil wurde der Weg allerdings zunehmend unwegsamer. Wir wussten, dass wir Richtung Vason laufen, waren aber nicht mehr sicher, ob es bis dahin einen Weg geben würde.

Kurzfassung: Es gab einen.

Aber der war manchmal nur zu erahnen und führte stetig etwas weiter den Berg hinauf – und dann plötzlich sehr schnell bergab. Irgendwie anders zu gehen, war keine Alternative – das Gelände machte es unmöglich. Der Pfad ging so steil nach unten, dass wir uns teilweise an Ästen und Sträuchern festhalten mussten, um nicht eine unfreiwillige Schussfahrt hinzulegen. 

Herausgekommen sind wir schließlich an der Stelle, wo wir zuvor den Wanderweg übersehen haben. Dass uns der Weg aber wirklich bis dahin bringt, konnten wir von oben kommend nicht sehen. Ich war optimistisch und dachte: Wenn es den Weg gibt, wird er auch irgendwo hinführen. Blöd wäre es gewesen, wenn er z.B. an einem steilen Abhang zu Ende gewesen wäre. Aber wozu dann ein Weg? 

Den Nachmittag verbrachten wir im hoteleigenen Hallenbad und der Sauna. Der Wetterbericht hatte recht und es regnete. 

Nach dem wiederum sehr feinen Abendessen entdeckten wir, dass es im Untergeschoss eine Tischtennisplatte und einen Kicker gab. Wir begriffen das als optimale Gelegenheit, uns nach dem Essen noch etwas Bewegung zu verschaffen. Hauptsächlich war es lustig – weil wir beide etwas aus der Übung waren. 

Nur ein Spaziergang

Morgens zeigte sich Vason erneut von seiner diesigen Seite. Es regnete. Was für ein Glück, dass der Speisesaal überdacht ist. 

Nach dem Frühstück wählten wir die bequemste Variante, um auf besseres Wetter zu warten: Wir legten uns nach dem Frühstück wieder hin. Petra las, und ich hielt ein kleines Vormittagsnickerchen. Soll ja gesund sein.

Am späten Vormittag riss die Wolkendecke auf und wir machten uns auf zu einem Spaziergang. Diesmal wandten wir uns auf der Dorfstraße nach rechts Richtung Ortsausgang und botanischer Garten. Man läuft hier auf einem gut ausgebauten Weg die Straße entlang und genießt  schöne Ausblicke auf die Berge und das Tal. Allein deshalb lohnt es sich. 

Nach einer Stunde kehrten wir um und versuchten einen alternativen Weg zurück nach Vason. Es stellte sich allerdings heraus, dass der nicht in den Ort führte, sondern weiter ins Tal.
Also stiegen wir entlang einer Ski-Piste (Sie merken’s schon – wir haben es mit den Ski-Pisten) wieder den Berg hinauf, bis wir unseren ursprünglichen Weg erreicht hatten. Tipp: sollten Sie je in Vason in diese Richtung wandern – der Weg an der Aussichtsplattform, der Richtung Tal führt, führt Richtung Tal. Er biegt nicht irgendwann nach Vason ab. Wenn Sie ins Tal wollen, ist er bestimmt prima. Wenn Sie nach Vason wollen – eher nicht.
Ins Hotel kamen wir gerade rechtzeitig, um noch einen kleinen Mittags-Snack einzunehmen. Da wir unsere Pläne für den Nachmittag, noch zu einem See zu fahren, storniert hatten, gönnte ich mir ein Glas Wein zur Pasta und wir beide uns ein erneutes Nickerchen auf dem Zimmer.
Das immer schöner werdende Wetter lockte uns allerdings bald zurück auf die Terrasse. Die ist ganz schlau angelegt. Man sitzt etwas tiefer, ist so vor Wind geschützt, kann aber die Sonne genießen. Hier verbrachten wir lesend und unsere Gesichter in die Sonne haltend den Nachmittag, ließen uns Cola, Kaffee und Bier schmecken und gingen erst hinein, als die Sonne hinter einem Nachbarhaus verschwand und es etwas kühl wurde. 

Nach dem Abendessen probierten wir erneut unsere Fähigkeiten im Tischtennis und Tischfussball. Petra hat mehr gelernt als ich – dem entsprechend war das Ergebnis 🙂

Mit vollem Bauch schläft man schlecht

Zugegeben: Wir hatten es in der Hand. Aber wer will schon vernünftig sein im Urlaub? Ich nicht. Und meine Schöne auch nicht. Dementsprechend litt unser Nachtschlaf etwas unter unseren vollen Mägen. 

Eine ausreichende Menge italienischer Kaffee brachte uns am nächsten Morgen allerdings auf die Beine, sodass wir nach dem Frühstück halbwegs wiederhergestellt in Richtung Tirol aufbrachen. In Sterzing machten wir Kaffeepause und Fahrerwechsel und in Innsbruck war das Tanken dann doch nicht so günstig, wie erhofft. 

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Von Trento nach Tirol – Anfahrt mit Fragezeichen.

Je näher wir Seefeld kamen, um so mehr zog es zu. Und als wir dann da waren, regnete es. Tiroler Regen.

Zu unserer Überraschung brachte uns das Navi unter der Hoteladresse zu einem Parkplatz vor einem Geschäftshaus (kostenpflichtig). Wer je ins Hotel Alpen-Love in Seefeld möchte: Spart Euch den Euro für den Parkplatz. Das Hotel ist dort nicht. Es liegt in der Fußgängerzone hinter dem Geschäftshaus. Man kann durchlaufen – oder mit dem Auto einfach drum herum fahren. Die Fußgängerzone ist mit einer Schranke abgesperrt. Man kann aber klingeln und wird dann eingelassen und kann bis zum Hotel vorfahren. 

Der Check-In lief problemlos mit einem freundlichen jungen Mann, der allerdings kein Tiroler sondern ein Wiener war. Das geschulte Ohr hört so etwas ….

Die hoteleigene Tiefgarage war voll belegt – drum hat man uns einen „Außen-Parkplatz“ zugewiesen. Vorteil: Kostet nix (im Gegensatz zur Hotel-Garage). Nachteil: ein paar hundert Meter Spaziergang.
Nach dem Ausladen und dem Bezug unseres Zimmers (sehr fein, sehr groß mit Balkon und Blick auf den Marktplatz) zog es uns gleich auf den kleinen Markt (auf dem Marktplatz – wer hätte das gedacht?). Es gab allerlei aus der Region – aber auch von weiter her – und erfreulich wenig „Krusch-Zeug“. Etwas Schinken, ein paar Würste und Backwaren fanden den Weg in unsere Einkaufstasche – dafür ein paar Euro in die Kassen der Händler.

Im Zimmer machten wir erst einmal Brotzeit, danach noch einen kleinen Spaziergang zu einem nahe gelegenen Billa (in Seefeld liegt das meiste recht nahe beieinander, weil der Ort nicht wirklich groß ist). Bei Billa kauften wir etwas Wasser, nahmen uns aber vor, am Samstag noch einmal zu kommen und noch ein paar ess- und trinkbare Souvenirs zukaufen.

Unterwegs entdeckten wir die Seilbahn zur Rosshütte und beschlossen dort hinauf zu fahren. Die Idee hatte Petra.

Zurück im Hotel genehmigten wir uns unseren Begrüßungssekt. Dabei wurde uns gleich der Cocktail der Woche angepriesen. Wir wollten später darauf zurückkommen.
Zum Abendessen waren Schnitzel angekündigt. Ich freute mich, weil ich diesbezüglich in Österreich noch nie enttäuscht worden bin. Bis dahin. 

Es gibt für alles ein erstes Mal. Die Schnitzel waren trocken und zäh. Gegessen habe ich sie trotzdem. Erstens wollte ich nicht, dass das Tier umsonst gestorben ist und zweitens hatte ich meine Zweifel, dass die Küche es im zweiten Anlauf besser hinbekommen würde.
Als die Kellnerin uns allerdings fragte, ob es denn geschmeckt hätte, fragte ich zurück, ob Sie eine höfliche oder eine ehrliche Antwort wolle (ich hab’ ihr die Wahl gelassen). Sie entschied sich für ehrlich und so wurde ich meine Reklamation dann doch los.
Der Fairness halber muss man aber sagen: Das war die einzige essenstechnische Panne. Alles andere, was wir dort gegessen haben, war extrem fein.
Unsere Abendaktivität bestand darin, schlafen zu gehen.

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Seefeld erwandern

Tirol ganz allgemein und Seefeld im Besonderen ist ein Eldorado für Wanderer. Gut, wenn man eine moderne Wanderkarte dabei hat.

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Aufi auf’n Berg

Am Morgen hatten wir überraschend gutes Wetter, darum haben wir unseren Plan, im hoteleigenen Hallenbad (ziemlich spektakulär – aber dazu kommt später noch etwas) eine Runde zu schwimmen, fallen lassen und sind gleich zum Frühstück gegangen, um anschließend zu Fuß zur Talstation der Standseilbahn zu gehen. 

Von dort sind wir zum Super-Sonderpreis von nur 19,- Euro pro Nase plus Pfand für die Karten (wiederverwertbar) bis zur Mittelstation (Rosshütte) gefahren.

Die Seilbahn ist eine Standseilbahn. Sie fährt also auf Schienen und wird per Seil den Berg hinauf gezogen. Das mag all jenen entgegenkommen, die das freie Hängen über dem Abgrund inklusive lustigem Geschaukel in einer „normalen“ Seilbahn nicht so gerne mögen. 

Das Tempo ist gemächlich, man hat Zeit, die Gegend auf sich wirken zu lassen. Die Gondeln sind relativ geräumig – auch das fand ich recht angenehm.

Man merkt der Rosshütte an, dass sie im Grunde für den Wintersport gebaut wurde – was dem Vergnügen aber keinen Abbruch tut. Es lohnt sich, das direkte Umfeld der Hütte zu erkunden. Es gibt ein paar sehr schöne Ausblicke ins Tal und die umliegenden Berge. 

Für alle (wie wir) die nicht weiter den Berg hinauf wollten, gibt es unter anderem den Zirben-Rundweg. Man umwandert eine kleine Anhöhe auf deren Rückseite man tolle Ausblicke ins Tal und Richtung Mittenwald hat. Mittenwald selber sieht man nicht, da ist ein Berg im Weg. Aber ein kleines Dorf – vermutlich Gießenbach – erkennt man. 

Der Rundweg wird mit 15 Minuten Gehzeit angegeben. Aber grämt Euch nicht, wenn Ihr länger braucht. Wir waren eine gute halbe Stunde unterwegs – und das ist ja auch kein Fehler. Außer man geht den Weg mit der festen Absicht, die angegebenen 15 Minuten zu unterbieten.
Nach dem Rundweg und vor dem geplanten Abstieg ins Tal, den wir zu Fuß machen wollten, kehrten wir noch in der Rosshütte auf eine Halbe und einen Toilettengang ein.

Anschließend folgten wir zunächst dem Fuß- und Fahrweg, der sich in ungefähren Serpentinen den Berg hinunter schlängelt. Wir haben es relativ bald aufgegeben, dem Weg zu folgen. Er ist grob geschottert und das machte (zumindest im oberen Teil) wenig Spaß. 

Wir kürzten über die Skipisten (im Sommer natürlich grün) ab und erreichten bald den Kaltwasser-See.

Das ist ein künstlich angelegter See, in dem Regenwasser gesammelt wird, das dann zum Betrieb der Schneekanonen verwendet wird. Man kann den See auf einem Weg umrunden, es gibt wieder tolle Aussichtspunkte und am Eingang zum See-Gelände einen Foto-Rahmen. 

Das Betreten des Uferbereichs und das Baden im See ist jedoch strengstens verboten – aus gutem Grund. Da das Wasser nicht zu trüb ist, kann man sehen, dass der See sehr schnell sehr tief wird. Tatsächlich ist das Ufer und der Seegrund so steil, dass der See eher einem Trichter ähnelt. Wer da mal reinfällt, kommt so leicht nicht wieder hinaus.

Die nächste Etappe gingen wir wieder auf dem vorgesehenen Weg, der jetzt etwas angenehmer zu laufen war. Nach einer Weile erreichten wir eine Hütte mit Terrasse. Wir hatten uns schon auf eine kleine Einkehr gefreut, als wir feststellten, dass der Betrieb geschlossen war. Das Wetter war in den vergangenen Tagen wohl zu schlecht gewesen.
Schon die Bedienung auf der Rosshütte hatte erzählt, wie herausfordernd es war, nach den Regentagen plötzlich schönes Wetter zu haben, was eine Öffnung der Gastronomie nahe legte. Die meisten Servicekräfte hatten einfach andere Pläne … Aber immerhin war die Rosshütte geöffnet.

Für die kleine Unterwegs-Hütte hatte es allerdings nicht gereicht. 

Das hat auch ein Paar aus der Schweiz festgestellt, die mit ihren beiden deutschen Schäferhunden eine Pause einlegten. Wir gesellten uns dazu und verratschten eine halbe Stunde.

Im weiteren Verlauf des Abstiegs – wir kürzten wieder ein bisschen über die Ski-Pisten ab – erlebten wir, wie die Beschneiungsanlagen getestet wurden. Zum Glück waren wir von jedem „Sprühkopf“, der ausprobiert wurde, ausreichend weit entfernt. Wir wurden nicht nass. 

Dafür sahen wir, wie sich im Sprühnebel – der im Winter zu Schnee wird – Regenbogen bildeten. Ich glaube, wir waren noch nie so nah an einem dran – an einem Regenbogen und am Sprühkopf einer Beschneiungsanlage.

Unterwegs kommt man immer mal wieder an eingezäunten Bereichen vorbei, in denen Weidevieh ist. Nicht immer sind die Zäune geschlossen. Ein, zwei Mal begegneten wir „frei laufenden“ Tieren. Da hält man am besten Abstand. Wenn eine Kuh sauer wird, hat man dem als Mensch wenig entgegen zu setzen.

Ein wenig oberhalb der Talstation gibt es ein Gelände, wo man mit Fahrzeugen ähnlich einem Kettcar oder Boby-Car Richtung Tal fahren kann. Auch da läuft man besser außen herum. Die Piste zu queren ist eine ziemlich blöde Idee – zumindest, wenn die Bahn in Betrieb ist.

Ein Erlebnis der kuriosen Art ergab sich, als wir uns auf dem Weg zurück ins Hotel einen Kaffee ToGo gekauft haben. Die eine Mitarbeiterin bediente den Kaffee-Vollautomaten und verschwand nach einer Weile. Die andere gab uns unsere Kaffees, deren Menge uns ziemlich enttäuschte. Die Becher waren kaum halb voll. Wir hatten uns gerade darüber unterhalten, dass wir schon für weniger Geld mehr und besseren Kaffee bekommen hatten, als die erste der beiden Mitarbeiterinnen mit einem Becher in der Hand hinter uns hergelaufen kam. Darin war Kaffee, den sie uns noch in unsere Becher füllte.
Unsere Kaffees waren nämlich noch nicht fertig, als der Wassertank der Maschine gefüllt werden wollte. Dass sie gerade mit dem Tank im Nebenraum war, um ihn zu füllen, hatte ihre Kollegin nicht mitbekommen und uns die Kaffeebecher gegeben.
So kann’s gehen. Ich fand’s nett, dass sie uns nachgelaufen ist.
Zurück im Hotel gönnten wir uns eine kurze Rast und verbrachten den Rest des Tages im Sauna-Bereich.
Das Abendessen war diesmal sensationell gut. Bevor wir uns zur Nacht hinlegten, machten wir noch einen Abstecher in die Bar, wo wir die selbst kreierten Cocktails des Barkeepers testeten. 

Wetterwechsel – Teil 1

So schön das Wetter am Tag zuvor gewesen war – der letzte ganze Tag in Seefeld zeigte sich deutlich kühler, bewölkt und eher regnerisch. 

Wir gingen vor dem Frühstück eine Runde schwimmen und nach dem Frühstück eine Runde in den Fitness-Raum. Unsere Hoffnung, dass sich das Wetter in der Zwischenzeit bessern würde, wurde nur zum Teil erfüllt.
Immerhin reichte eine Regenpause für einen kleinen Spaziergang durch Seefeld. Wir besichtigten die kleine Kirche des Ortes und kauften ein paar Andenken in einem Souvenir-Shop. Mit der Inhaberin ergab sich eine kurze Unterhaltung über Zirben und Zirbenprodukte. 

Es begann erneut zu regnen, weswegen wir den Rest des Tages in der Sauna- und Pool-Landschaft verbrachten. Im hoteleigenen Hallenbad ist es gestattet, hüllenlos zu schwimmen. Dieses Angebot nahmen einige Hotelgäste wahr. Wir auch. 

Wetterwechsel – Teil 2

Nach einem erneut extrem feinen Abendessen zogen wir uns ins Zimmer zurück. Zu unserer großen Überraschung war der Regen mittlerweile in Schnee übergegangen. Der Blick vom Balkon unseres Zimmers ließ eher an Weihnachten denken, als an Spätsommer.
Ganz kurz zog der Gedanke durch mein Bewusstsein, was wohl wäre, wenn sich der Schnee bis morgen halten würde. Unsere Heimfahrt stand ja bevor und ich hatte natürlich noch nicht auf Winterreifen gewechselt. Wozu auch? Als wir zu unserer Reise starteten, WAR SOMMER. 

Wenn sich das Wetter in der Jahreszeit vertut.

Beim Frühstück am nächsten Morgen – der Schnee lag tatsächlich noch – war das DAS Gesprächsthema unter den Gästen. Niemand war mit Winterreifen unterwegs und gefühlt das halbe Hotel hatte Abreisetag. Folglich wurden Routen umgeplant, um Höhenlagen zu vermeiden, Optionen wurden diskutiert, Pläne geschmiedet und verworfen. Die einen wollten möglichst schnell los, bevor es noch mehr schneien konnte, die anderen wollten warten, damit der Schnee ja dann vielleicht schon weggetaut wäre.
Nach dem Frühstück war aus dem Schnee schwerer, klumpiger Schneematsch geworden. Wir entschieden, einfach aufzubrechen und zu schauen, wie weit wir kämen. Petra packte ein – ich holte das Auto. Das war natürlich überzogen von einer etwa 15 cm dicken Schicht aus ehemaligem Schnee. Wie bekommt man dem vom Auto? Kehren lässt sich so eine Pampe nicht. Ich hab’s schließlich einfach mit der Hand gemacht. Gebraucht habe ich dafür fast eine halbe Stunde. Gefühl in den Händen hatte ich nach weiteren 45 Minuten wieder. 

Die Fahrt vom Außenparkplatz zum Hotel glich einem Tanz auf der Seife. Wie es wohl nachher beim Heimfahren sein würde? 

Es war dann doch nicht so schlimm, wie befürchtet. Im Ort lag zwar überall der Schneematsch – aber auf der Bundesstraße Richtung Grenze war es nur noch nass. 

Und nass blieb es auch während der gesamten Heimfahrt. Wir fuhren durch Regen in jeder vorstellbaren Ausprägung.

Fazit

Die Idee, eine Reise als eine Art Mini-Rundreise mit zwei oder mehreren Stationen zu planen, gefällt uns immer besser. Südtirol geht immer – und Tirol natürlich auch.

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Viele (aber nicht alle) unserer Fotos machen wir mit der EOS R10 von Canon. Wir verwenden Sie im Moment mit dem mitgelieferten RF-S 18-45mm F4.5-6.3 is STM Zoomobjektiv.
Und wir lernen die Möglichkeiten dieser tollen Kamera gerade erst kennen.
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