Bayerischer Wald: Preiswerte Auszeit
Das ist unser Tipp für alle, die sich für relativ kleines Geld eine spontane Auszeit im Bayerischen Wald gönnen wollen. Gefunden hat Petra dieses Reiseschnäppchen bei Reisen Aktuell.
HighLights: St. Englmar, Saustein-Wanderweg, Waldwipfel-Weg
Reisezeitraum: 05.06. – 08.06. 2026
Hotel:
Predigtstuhl Resort, St. Englmar
Text: Petra
Fotos: Petra und Harald
Anreise im Dauerregen
Manchmal sind die besten Auszeiten die, die man gar nicht lange plant. So auch bei uns. Am Dienstag entdeckten wir ein Last-Minute-Angebot von Reisen Aktuell: vier Tage im Resort Predigtstuhl in St. Englmar, all inclusive, für gerade einmal 298 Euro. Da mussten wir nicht lange überlegen. Schließlich sollte es bereits am Freitag losgehen.
Am Freitag machten wir uns auf den Weg. Die knapp 120 Kilometer waren schnell geschafft – auch wenn uns das Wetter reichlich Regen bescherte. Aber was soll’s? wir waren ja gut angekommen.
Der erste Eindruck
An der Rezeption verlief der Check-in erfreulich unkompliziert. Kein Voucher, keine Ausweise, keine langwierigen Formalitäten. Adresse auf das Anmeldeformular schreiben, unterschreiben – fertig.
Etwas durchwachsen war allerdings die Begrüßung. Die Mitarbeiterin an der Rezeption schien gedanklich noch in einem anderen Gespräch zu stecken und hörte uns eher mit halben Ohr zu. Da wurden wir schon deutlich herzlicher willkommen geheißen. Aber gut, vielleicht war auch bei ihr gerade Last Minute angesagt.
Unser Zuhause auf Zeit
Nach dem Check-in erhielten wir unsere All-inclusive-Bändchen sowie einen Lageplan des Resorts. Und den brauchte man auch, denn die Anlage besteht aus insgesamt acht Häusern, die zur besseren Orientierung unterschiedliche Farben tragen. Unser Quartier befand sich in Haus 2 – in Orange – und wir bezogen Zimmer 2101.
Überraschung inklusive
Eigentlich hatten wir ein Doppelzimmer gebucht. Umso größer war die Überraschung, als sich unser Zimmer als Familienzimmer entpuppte. Neben dem Schlafzimmer gab es noch ein Kinderzimmer. Da wir weder Kinder noch Enkel im Gepäck hatten, wurde dieses kurzerhand zum Ankleidezimmer umfunktioniert. Luxus muss schließlich nicht immer teuer sein.
Charmanter Retro-Stil
Die Einrichtung versprühte den Charme vergangener Zeiten. Sagen wir es so: Eher 1980er-Jahre als Wellnesskatalog 2026. Wer moderne Designermöbel und stylische Instagram-Kulissen sucht, wird hier vermutlich nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen.
Was wir allerdings wirklich loben müssen: Die Betten waren hervorragend. Selten haben wir in einem Hotel so gut geschlafen. Und sind wir ehrlich: Was nützt die schickste Einrichtung, wenn man nachts kein Auge zubekommt, deshalb lieber antiker Chic und dafür schlafen wie auf Wolken.
Praktisch war auch die kleine Küchenzeile mit Kühlschrank. Allerdings fehlte jegliches Geschirr. Nun ja, bei all-inclusive-Verpflegung braucht man weder Töpfe noch Teller. Zwei Gläser hätten wir allerdings schon ganz nett gefunden – allein schon für ein gemütliches Glas am Abend auf dem Balkon.
Orientierungslauf inklusive
Bis zum Abendessen blieb uns noch gut eine Stunde Zeit. Die wollten wir nutzen, um das Resort ein wenig zu erkunden. Also machten wir uns auf die Suche nach Fitnessraum, Hallenbad, Sauna und Außenpool.
Was zunächst nach einem gemütlichen Rundgang klang, entwickelte sich schnell zu einer kleinen Expedition. Wir liefen durch Gänge, Treppenhäuser und verschiedene Gebäudeteile und hatten zwischenzeitlich das Gefühl, an einer Schnitzeljagd teilzunehmen. Am Ende fanden wir zwar alles Gesuchte – allerdings war die Stunde damit auch fast schon vorbei.
Abendessen mit guter Hausmannskost
Pünktlich um 18 Uhr machten wir uns auf den Weg ins Restaurant, das sich auf vier verschiedene Räume verteilt. Das Buffet bot eine solide Auswahl und ließ kaum Wünsche offen.
Auf dem Speiseplan standen eine cremige Gemüsesuppe, frische Salate von der Salatbar, Kasslerbraten mit Sauerkraut sowie Kartoffelpüree oder Salzkartoffeln als Beilage. Wer lieber Fisch mochte, konnte zu paniertem Pangasiusfilet greifen. Zum süßen Abschluss gab es frische Krapfen.
Wir probierten uns durch das Angebot und können sagen: Es hat alles sehr gut geschmeckt.
Durst musste niemand leiden
Auch bei den Getränken war die Auswahl ganz ordentlich. Neben Wasser standen Cola, Mirinda, Bier sowie Rot- und Weißwein zur Verfügung. Die alkoholfreien Getränke gab’s ab 12.00 Uhr, Bier und Wein zum Abendessen von 18.00 bis 20.00 Uhr. Für einen All-inclusive-Aufenthalt dieser Preislage völlig in Ordnung und im Prinzip alles, was man für einen entspannten Abend benötigt. Fürs Protokoll: Das Bier war ein gutes Helles von Tucher, der Weißwein solide aber etwas warm – den Rotwein hat Harald einmal probiert und ist dann bei Bier und „Spritzer“ geblieben.
Feierabend
Gut gesättigt machten wir uns anschließend auf den Rückweg in unser Appartement. Wir haben noch ein wenig gelesen, bevor uns die frische Bayerwald-Luft und die bequemen Betten endgültig in den Schlaf schickten. Nach dem Orientierungsmarathon am Nachmittag fiel das Einschlafen ohnehin nicht besonders schwer.
Samstag: Wanderung rund um St. Englmar
Frühstück ohne Gedränge
Gut ausgeschlafen machten wir uns gegen 8 Uhr auf den Weg zum Frühstück. Diesmal entschieden wir uns für einen anderen Gastraum, in dem es deutlich ruhiger zuging. Eine gute Wahl, denn so konnten wir den Tag ganz entspannt beginnen.
Das Frühstücksbuffet war zwar nicht riesig, bot aber alles, was man für einen gelungenen Start in den Tag braucht: verschiedene Wurst- und Käsesorten, gekochte Eier, frische Semmeln, Toast und Vollkornbrot. Dazu gab es drei Sorten Marmelade, zwei verschiedene Säfte, Cerealien sowie warme und kalte Milch. Tee und Kaffee standen ebenfalls bereit. Besonders erfreulich: Der Kaffee war tatsächlich richtig ordentlich – und das ist in Hotels bekanntlich nicht immer selbstverständlich.
Kalorienabbau auf Bayerwald-Art
Um die beim Frühstück fleißig gesammelten Kalorien wieder etwas zu reduzieren, machten wir uns auf den St. Englmarer Saustein-Rundweg. Die Tour ist rund sieben Kilometer lang und führt zu einem der schönsten Aussichtspunkte der Gegend.
Der Saustein liegt nordöstlich oberhalb von St. Englmar und besteht aus insgesamt sieben beeindruckenden Felsformationen. Vom größten dieser Felsen bietet sich ein herrlicher Blick bis zur Donauebene und bei guter Sicht sogar noch weiter. Genau dort wollten wir hin.
Mit Plan und doppeltem Boden
Nur ca. zwei Minuten vom Resort entfernt begann der Rundweg. Der Weg führte zunächst mit einem angenehmen, leichten Anstieg durch den Wald. Wir orientierten uns an der Beschilderung des Rundwegs Nummer 7.
Da wir aber auf Nummer sicher gehen wollten, hatten wir die Strecke zusätzlich in Komoot eingegeben. Schließlich sollte am Ende nicht über uns berichtet werden: „Zwei Urlauber zuletzt gesehen im Bayerischen Wald Richtung Saustein“ oder kurz: Lost in the Bavarian Wood.
Felsen, Höhlen und lustige Schilder
Der Weg erwies sich als abwechslungsreich und kurzweilig. Immer wieder kamen wir an markanten Felsformationen vorbei, darunter die Fuchshöhle. Dazu entdeckten wir entlang des Weges einige amüsante Schilder, die uns mehr als einmal zum Schmunzeln brachten.
An den wenigen Weggabelungen fragten wir vorsichtshalber doch noch einmal unseren digitalen Wanderführer Komoot um Rat. Man weiß ja nie.
Gipfelglück auf 955 Metern
Nach einer gemütlichen Wanderung erreichten wir schließlich unser Ziel: den Saustein auf 955 Metern Höhe. Die mächtigen Granitfelsen ragen eindrucksvoll aus dem Wald heraus und belohnen die Anstrengung mit einer fantastischen Aussicht.
Oben angekommen ließen wir den Blick über die Landschaft schweifen und genossen die Ruhe. Solche Plätze sind der beste Beweis dafür, dass man für schöne Naturerlebnisse nicht immer hohe Berge erklimmen muss. Manchmal reichen schon ein paar Kilometer, etwas Bewegung und die richtige Richtung.
Weiter auf dem Pröller-Rundweg
Nachdem wir die Aussicht ausgiebig bewundert, zahlreiche Fotos geschossen und uns eine kleine Verschnaufpause gegönnt hatten, machten wir uns wieder auf den Weg. Zunächst folgten wir Nr. 7 zurück bis zur Einmündung in den Pröller-Rundweg Nr. 4. Von dort ging es weiter Richtung Pröller-Gipfel.
Der Weg gestaltete sich genauso, wie Wanderer es mögen: ein bisschen bergauf, ein bisschen bergab, nie langweilig und immer wieder mit schönen Ausblicken. Dazu sorgten einige humorvolle Sprüche am Wegesrand für Unterhaltung. Besonders originell fanden wir die Darstellungen von Sonne und Mond an Bäumen – ein nettes Fotomotiv und ein weiterer Beweis dafür, dass man sich hier entlang der Wege einiges hat einfallen lassen.
Besuch bei den Räubern
Natürlich durfte auch ein Stopp an der Räuberhöhle nicht fehlen. Dort wurden erneut die Kameras gezückt, denn die markanten Felsen und die urige Atmosphäre luden geradezu dazu ein, ein paar Erinnerungsfotos festzuhalten.
Der Zuckerhutstein
Anschließend nahmen wir das nächste Etappenziel ins Visier: den Zuckerhutstein.
Als wir dort ankamen, mussten wir schmunzeln. Eine gewisse Ähnlichkeit mit seinem berühmten Namensvetter war tatsächlich nicht von der Hand zu weisen. Allerdings eher in der Kategorie „en miniature“. Sagen wir so: kein Vergleich mit dem Zuckerhut von Rio de Janeiro, aber als Bayerwald-Version macht der Felsen durchaus eine gute Figur. 😊
Und genau solche kleinen Überraschungen sind es, die eine Wanderung besonders machen: Man weiß nie, welcher Felsen, welche Aussicht oder welches kuriose Detail hinter der nächsten Wegbiegung auf einen wartet.
Auf der Suche nach einer Erfrischung
Unser nächstes Ziel stand bereits fest: ein Gasthaus in St. Englmar. Denn mittlerweile machte sich der Durst bemerkbar.
Wir folgten dem Rundweg Nr. 4 talwärts in Richtung Hüglhof. Nach und nach wurde der Wald lichter, bis wir schließlich über idyllische Wiesenwege zur Viechtacher Straße gelangten. Unterwegs entdeckten wir noch den „Goldenen Lenker“, ein originelles Kunstwerk, das natürlich fotografisch festgehalten werden musste. Schließlich begegnet man nicht jeden Tag einem vergoldeten Fahrradlenker mitten in der Natur.
Nachdem wir die Landstraße überquert hatten, führte uns ein Feldweg wieder in den Wald hinein. Dort wanderten wir auf dem Leonhardi-Steig weiter bis zur Kapelle St. Leonhard. Ein hübsches, ruhiges Plätzchen, das wunderbar in die Landschaft passt.
Von hier war es nicht mehr weit bis zur Bogener Straße. Wir überquerten sie und orientierten uns fortan am Kirchturm. Nach dem bewährten Wanderprinzip: Wo eine Kirche steht, ist meist auch ein Gasthaus nicht weit entfernt.
Und tatsächlich – die Theorie bewahrheitete sich. Direkt neben der Kirche fanden wir das Gasthaus zum Kirchawirt.
Flüssigkeitsausgleich auf Bayerisch
Dort legten wir eine wohlverdiente Rast ein und bestellten zwei isotonische Getränke – in Form von alkoholfreiem Weizenbier. Schließlich hatten wir schon einige Kilometer in den Beinen und wollten unserem Körper etwas Gutes tun. Denn uns stand noch der Aufstieg zu unserem Resort bevor. So saßen wir in der Sonne und genossen die Pause.
Ein kurzer Besuch in der Kirche
Egal, wo wir unterwegs sind – ein Blick in die örtliche Kirche gehört für mich einfach dazu. Besonders mag ich die schlichten Gotteshäuser, die ohne übermäßigen Prunk auskommen und gerade dadurch eine besondere Atmosphäre ausstrahlen.
Also trat ich ein und ließ den Raum auf mich wirken. Die Kirche war angenehm zurückhaltend gestaltet und nicht mit Gold überladen. Die Bänke festlich geschmückt. Offenbar stand eine Trauung bevor. Auf der Empore arbeitete ein Sänger konzentriert am letzten Feinschliff seiner Songs.
Da ich die Vorbereitungen nicht stören wollte, verabschiedete ich mich still und trat wieder hinaus.
Durch den Ort
Nachdem wir Google um den kürzesten Weg zurück zu unserem Domizil gebeten hatten, schlenderten wir noch etwas durch den Ort. Vor einer Bäckerei entdeckten wir einen alten Holzofen, der offenbar noch in Betrieb war. Leider hatten wir Pech – die Bäckerei war bereits geschlossen. Schade, denn ein frisches Stück Holzofenbrot hätte ich nur zu gerne probiert.
Immer wieder begegneten uns kleine Gruppen festlich gekleideter Menschen. Die Damen in schicken Kleidern, die Herren geschniegelt und gebügelt. Wir waren uns sicher: Das mussten Gäste auf dem Weg zur bevorstehenden Hochzeit sein.
Der Bayernweg – eine kleine Herausforderung
Dann standen wir vor dem Bayernweg.
Und plötzlich schoss mir ein Lied von Wolfgang Ambros aus dem „Watzmann“ durch den Kopf: „Hinter dir geht’s abwärts und vor dir steil bergauf.“ Treffender hätte man diesen Weg kaum beschreiben können.
Vor uns erhob sich ein Anstieg, der seinen Namen wirklich verdiente. Es ging mindestens einen Kilometer lang kräftig bergauf. Nicht ein bisschen. Nicht moderat. Sondern richtig steil. Die Art von Steigung, bei der man sich fragt, warum man eigentlich freiwillig wandern geht.
Aber Aufgeben war keine Option. Schritt für Schritt kämpften wir uns nach oben und erreichten schließlich unser Ziel. Zugegeben: etwas außer Atem, aber durchaus stolz auf unsere Leistung.
Belohnung muss sein
Das Beste: Wir waren noch rechtzeitig zurück, um uns beim Lunch einen wohlverdienten Teller Suppe zu gönnen. Nach der Wanderung schmeckte sie gleich doppelt so gut.
Anschließend war erst einmal Erholung angesagt. Wir legten eine ausgedehnte Siesta ein und wurden erst zum Nachmittagskaffee wieder aktiv. Kaffee und Kuchen im Biergarten klangen einfach verlockender als weitere sportliche Höchstleistungen.
Den Abend ließen wir nach dem Essen ganz entspannt ausklingen – Beine hoch, Buch in die Hand und die Erlebnisse des Tages noch einmal Revue passieren lassen. Manchmal braucht es nicht mehr für einen gelungenen Urlaubstag.
🌲 Passau, Bayerischer Wald und spannende Kriminalfälle 🌲
Wer den Bayerischen Wald und die Dreiflüssestadt Passau mag, bekommt mit der Reihe „Ein Krimi aus Passau“ weit mehr als nur spannende Unterhaltung geboten. Die Krimis spielen vor der eindrucksvollen Kulisse einer Region, die viele Reisende zu Recht zu ihren Lieblingszielen zählen.
Immer wieder sind bekannte Orte in Passau zu sehen – dort, wo Donau, Inn und Ilz zusammentreffen. Die historischen Gassen, die Altstadt und die Landschaft rund um das Tor zum Bayerischen Wald verleihen den Geschichten eine ganz besondere Atmosphäre.
So kommen nicht nur Krimi-Fans auf ihre Kosten, sondern auch alle, die Passau lieben, Erinnerungen an ihren letzten Besuch auffrischen oder sich auf die nächste Reise in den Bayerischen Wald einstimmen möchten.
Bestellen könnt Ihr die DVD hier.
(Anzeige)
Auf zum Wald-Wipfel-Weg
Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum gut fünf Kilometer entfernten Wald-Wipfel-Weg. Dort waren wir zwar schon vor etwa 18 Jahren einmal gewesen, doch was wir nun vorfanden, hatte mit unseren Erinnerungen nur noch wenig gemeinsam. Die Anlage hat sich in dieser Zeit enorm verändert und ist deutlich gewachsen.
Ein Flug über den Bayerischen Wald
Schon auf dem Weg vom Parkplatz zur Kasse fiel uns eine besondere Attraktion ins Auge: Quer über dem Weg hing der „Bayerwald-Flieger“, ein Airbus A319. (Es gibt ihn seit Sommer 2024). Mit ihm kann man in einer 25-minütigen virtuellen Flugreise über die Region schweben und dabei allerlei Wissenswertes erfahren. Das hatten wir schon in Island gemacht (Fly over Iceland). Deshalb waren wir doppelt gespannt, was uns nun erwartete.
Also lösten wir an der Kasse unsere Eintrittskarten. Der Eintritt kostete 14 Euro pro Erwachsenen, für den Flug kamen noch einmal 8 Euro hinzu. Familien haben es hier etwas besser und kommen günstiger davon.
Da es nur noch 15 Minuten bis zum Start waren, folgten wir dem Wolpertinger Pfad und stellten uns gleich an. Schon beim Einsteigen fiel uns auf, dass es sich wohl um ein Flugzeug aus einer anderen Zeit handeln musste. Die Beinfreiheit war geradezu luxuriös – heutzutage ganz sicher kostenpflichtig!
Start frei!
Nach der Begrüßung und einer kurzen Einweisung für die VR-Brillen ging es los. Und was sollen wir sagen? Es war wirklich ein tolles Erlebnis.
Plötzlich schwebten wir in geringer Höhe über den Bayerischen Wald. Wir flogen über beeindruckende Felsformationen, vorbei am Arber und Lusen, über St. Englmar, Viechtach und Cham. Selbst die Winterlandschaft blieb uns nicht verborgen, als wir über verschneite Wälder hinwegzogen. Die Aufnahmen waren so realistisch, dass man fast meinte, die Baumwipfel berühren zu können.
Viel zu schnell vorbei
Wie so oft bei schönen Erlebnissen verging die Zeit viel zu schnell. Fast ein wenig wehmütig nahmen wir die Landung zur Kenntnis. Gerade als man sich daran gewöhnt hatte, lautlos über den Bayerischen Wald zu gleiten, war die Reise auch schon wieder vorbei.
.
Über den Baumwipfeln
Auf dem bis zu 30 Meter hohen Waldwipfelweg lässt sich der Lebensraum Wald aus einer völlig neuen Perspektive erleben. Normalerweise blickt man zu den Baumkronen hinauf – hier ist es genau umgekehrt, man schaut den Bäumen quasi aufs Blätterdach.
Der rund 2,5 Meter breite und barrierefreie Weg eignet sich für Familien mit Kinderwagen sowie für Rollstuhlfahrer. Auf einem sanft ansteigenden, spiralförmigen Pfad geht es Stück für Stück nach oben. Und wer unterwegs eine kleine Verschnaufpause braucht, findet immer wieder Sitzgelegenheiten.
Hat man die 52 Meter hohe Aussichtsplattform erreicht, wird man mit einem fantastischen Rundumblick belohnt. Bei entsprechend guter Wetterlage scheint die Alpenwelt zum Greifen nah. Dann lassen sich sogar die Gipfel von Großglockner, Watzmann und Zugspitze am Horizont erkennen – ein Anblick, der den Aufstieg mehr als rechtfertigt.
Ein Herz für die Ewigkeit
Wer seine Verbundenheit auf besonders romantische Weise festhalten möchte, kann sich oben am Aussichtsturm mit einem Liebesschloss verewigen. An einem großen Herz befestigt, soll es die Erinnerung an den gemeinsamen Besuch bewahren.
Ein Paradies für kleine und große Kletterfreunde
Für Kinder, die gerne klettern und mit Höhen keine Probleme haben, ist dieser Turm ein wahres Eldorado. Die zahlreichen eingebauten Kletterelemente sorgen für jede Menge Spaß und Abenteuer. Dabei sind es längst nicht nur die Kinder, die sich austoben – auch so mancher Vater oder manche Mutter entdeckt hier noch einmal das Kind in sich und klettert munter mit.
Vor allem die jüngeren Besucher nutzen begeistert die Gelegenheit, auf nahezu direktem Weg nach oben zu gelangen, während die Erwachsenen meist den bequemeren Rundweg bevorzugen – zumindest die meisten.
Wer den besonderen Nervenkitzel sucht, sollte sich auf eines der beiden Netzaugen wagen. Dort steht man praktisch über dem Nichts und blickt durch das Netz rund 50 Meter in die Tiefe. Ein spannendes Erlebnis.
Und wer auch beim Abstieg nicht auf Adrenalin verzichten möchte, kann eine der beiden Waldturm-Rutschen nutzen. Damit geht es deutlich schneller nach unten als zu Fuß – und mit wesentlich mehr Spaß.
Noch lange nicht genug gespielt
Doch nicht nur am Aussichtsturm können sich die Kinder nach Herzenslust austoben. Direkt neben der Aussichtsterrasse befindet sich ein großzügiger Spielplatz mit Seilgarten. Dabei wurde sowohl an die größeren Abenteurer als auch an die kleineren Kletterkünstler gedacht. So kommt jede Altersgruppe auf ihre Kosten, während die Eltern sich zwischendurch auch einmal auf einer Bank niederlassen können.
Auch ein Indoor Spielplatz mit 500 m2 ist im Obergeschoss der Wald-Gaststätte vorhanden, indem man klettern, schaukeln, springen, rutschen und Fußball spielen kann.
Der Natur auf der Spur
Wer neben dem Spielen auch etwas lernen möchte, sollte den Naturerlebnispfad erkunden. An 25 spannenden Mitmach-Stationen können kleine und große Entdecker den Geheimnissen der Natur auf den Grund gehen. Hier erfährt man beispielsweise, wie lange verschiedene Materialien zum Verrotten benötigen oder welche Tiere welche Spuren hinterlassen. Wer die Lösung wissen möchte, muss nur einen Blick auf die Rückseite der jeweiligen Tafel werfen. Schummeln ist erlaubt – schließlich gibt es keine Noten.
Staunen, Rätseln und Ausprobieren
Weiter geht es auf dem Pfad der Phänomene und in die Höhle der Illusionen. Dort wird schnell klar, dass unsere Sinne nicht immer so zuverlässig arbeiten, wie wir glauben. In der Sinneshöhle dreht sich alles um Hören, Sehen und Riechen.
Suchbilder, Vexierbilder und optische Täuschungen sorgen immer wieder für überraschte Gesichter und die Frage: „Hab ich das gerade wirklich gesehen?“
Futter für die grauen Zellen
Neu hinzugekommen ist der Rechenweg. An mehreren Stationen warten knifflige Rechenaufgaben, spannende Rätselgeschichten, verzwickte Denkspiele und lustige Knobeleien in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen auf die Besucher.
Hier rauchen die Köpfe. Doch gerade das macht den Reiz aus. Ob Grundschüler, Eltern oder Großeltern – jeder kann miträtseln und sein Können unter Beweis stellen. Und wer einmal nicht weiterweiß, darf beruhigt sein: Man ist damit garantiert nicht allein.
Kugelspaß für Jung und Alt
Weiter geht es zum Kugelhaus. Hier kann man für 2 Euro eine Holzkugel erwerben und sie anschließend auf verschiedenen Bahnen und durch Röhren rollen lassen. Klingt einfach? Ist es auch. Macht aber erstaunlich viel Spaß – nicht nur den Kindern. Auch die Erwachsenen verfolgen ihre Kugel mit großer Begeisterung.
Alles steht Kopf
Für lustige Erinnerungsfotos bietet sich das „Haus am Kopf“ an. Hier ist wirklich alles auf den Kopf gestellt. Möbel hängen an der Decke, der Boden befindet sich scheinbar über einem und nichts ist dort, wo man es erwarten würde.
Als wäre das nicht schon verwirrend genug, sorgen zusätzliche Längs- und Querneigungen dafür, dass unser Gleichgewichtssinn ordentlich gefordert wird. Schon nach wenigen Schritten gerät das Wahrnehmungssystem ins Schleudern. Mir wurde dabei leider etwas flau im Magen. Mein Gehirn war offenbar der festen Überzeugung, dass hier irgendetwas nicht stimmen konnte.
Der Besuch ist kostenpflichtig, doch mit 2 Euro pro Person ist man dabei.
Tierische Begegnungen
Natürlich dürfen auch die tierischen Bewohner nicht fehlen. Auf dem Gelände aber eingezäunt begegnet man kuscheligen Alpakas, neugierigen Lamas. Daneben gibt es die putzigen Schwarznasen-Schafe sowie Wallaby-Kängurus zu bestaunen. Diese kleineren Verwandten der bekannten Kängurus erfreuen sich besonders bei den jüngeren Besuchern großer Beliebtheit.
Stärkung mit Aussicht
Nach so viel Bewegung, Staunen und Entdecken meldet sich irgendwann der Hunger oder zumindest der Durst. Das ist hier kein Problem. In der gemütlichen Wald-Gaststube oder auf der großzügigen Sonnenterrasse mit herrlichem Panoramablick gibt es im Selbstbedienungsbereich allerlei Leckeres für den kleinen und großen Appetit.
Unser Fazit
Der Wald-Wipfel-Weg ist ein wunderbares Ausflugsziel für die ganze Familie. Ob Naturerlebnis, Abenteuer, Spiel, Rätselspaß oder tierische Begegnungen – hier ist für jeden etwas dabei.
Langweilig wird es garantiert nicht. Allerdings sollte man genügend Zeit einplanen, denn die Anlage bietet deutlich mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Wer sich darauf einlässt, erlebt einen abwechslungsreichen Tag mit vielen schönen Eindrücken.
Zurück ins Resort
Nach vielen Stunden voller Eindrücke machten wir uns schließlich etwas müde, aber zufrieden auf den Rückweg ins Resort. Perfektes Timing: Wir kamen genau zur Kaffeezeit an. Und Kaffee war jetzt genau das, was wir brauchten. Schließlich hatten wir an diesem Tag genug Kilometer in den Beinen und Erlebnisse im Kopf gesammelt.
Sportliche Höhen und Tiefen
Frisch gestärkt konnten wir anschließend noch das Formel-1-Rennen verfolgen. Leider wurde mein Lieblingsfahrer kurz vor Schluss noch aus dem Rennen befördert – sehr zu meinem Leidwesen. Meine Laune bekam dadurch einen kleinen Dämpfer.
Zum Glück gab es aber auch einen Grund zur Freude. Ich fieberte mit Alexander Zverev mit und freute mich riesig, dass er endlich seinen ersten Grand-Slam-Titel gewinnen konnte. So hielt sich die sportliche Gefühlsachterbahn am Ende doch die Waage.
Ein gemütlicher letzter Abend
Nach dem Abendessen ließen wir den Tag entspannt ausklingen. Die Füße wurden hochgelegt, das Buch aufgeschlagen und noch ein wenig gelesen.
Dabei stellte sich leider wieder einmal die altbekannte Erkenntnis ein: Die schönsten Urlaubstage vergehen immer viel zu schnell. Am nächsten Morgen würden wir bereits die Heimreise antreten. Also hieß es langsam Abschied nehmen und schon einmal gedanklich den Koffer packen.
Unser Fazit zum Resort
Auch wenn die Anlage inzwischen etwas in die Jahre gekommen ist, haben wir uns hier sehr wohlgefühlt. Das Essen war abwechslungsreich und schmackhaft. Das Personal war durchweg freundlich und hilfsbereit.
Besonders positiv fiel uns auf, wie schnell auf kleine Probleme reagiert wurde. Als wir bemerkten, dass einer der Balkonstühle defekt war, meldeten wir dies an der Rezeption. Keine zwei Stunden später stand bereits ein Ersatzstuhl bereit. Das nennt man Service.
Zur Anlage gehören außerdem ein Pool, ein Hallenbad und eine Sauna. Nutzen hätten wir all das durchaus können. Nach unseren täglichen Wanderungen und Ausflügen fehlte uns allerdings die nötige Energie. Oder anders gesagt: Wir waren schlicht zu bequem, uns noch einmal von der Liege zu erheben.
Abschied mit Wiedersehensgedanken
So endeten ein paar schöne Tage im Bayerischen Wald. Wir haben viel gesehen, viel erlebt und die Zeit sehr genossen. Die Mischung aus Natur, Bewegung, Entspannung und interessanten Ausflugszielen hat für einen rundum gelungenen Aufenthalt gesorgt.
Und wer weiß – vielleicht führt uns der Weg irgendwann wieder hierher. Schließlich gibt es in dieser Region noch einiges zu entdecken. Und außerdem sollten wir dem Pool vielleicht doch noch einmal eine Chance geben.
❄️ Praktische Helfer für Winterwanderungen im Bayerischen Wald ❄️
Wer im Winter im Bayerischen Wald unterwegs ist, sollte sich auf Schnee, Eis und glatte Wege einstellen. Gerade auf Wanderwegen, Waldpfaden oder an schattigen Stellen können die Bedingungen überraschend rutschig werden – auch dann, wenn die Wege im Tal noch problemlos begehbar erscheinen.
Schuhspikes sind deshalb eine sinnvolle Ergänzung für jede Winterwanderung. Sie sorgen für deutlich mehr Halt auf vereisten oder festgetretenen Schneeflächen und können dabei helfen, Stürze zu vermeiden.
Unsere Empfehlung: Lieber gleich zu etwas hochwertigeren Modellen greifen. Sie bieten meist besseren Grip, sitzen sicherer am Schuh und halten auch bei regelmäßigem Einsatz deutlich länger. So steht entspannten Wintertouren im Bayerischen Wald nichts mehr im Weg.
Bestellen könnt Ihr sie hier.
(Anzeige)
Viele (aber nicht alle) unserer Fotos machen wir mit der EOS R10 von Canon. Wir verwenden Sie im Moment mit dem mitgelieferten RF-S 18-45mm F4.5-6.3 is STM Zoomobjektiv.
Und wir lernen die Möglichkeiten dieser tollen Kamera gerade erst kennen. Gekauft haben wir sie hier.
(Anzeige)





































































Petra und Harald Graf