Kurzurlaub auf Sylt im November 2024

Die Nord- und Ostsee mögen wir grad‘ im Herbst und Winter sehr gern.
Reisezeitraum: 04.11.2024 – 08.11.2024
Unterkunft: Hotel Lindner, Wenningstedt
Text: Petra
Fotos: Petra und Harald
Tag 1: Auf nach Wenningstedt
Montag, 4.45 Uhr
Schlecht geschlafen.
Aber das ist bei mir nichts Neues. Vor Reisen läuft das irgendwie immer gleich ab: Die Vorfreude ist groß, der Schlaf eher klein.
Heute ging es nach Sylt.
Also schnell frühstücken, die letzten Dinge in den Koffer werfen, die Brotzeit einpacken und ab zum Bahnhof. Unser ICE nach Norden sollte um 7.33 Uhr in Nürnberg abfahren.
Das große Reisegepäck-Phänomen
Am Bahnhof in Nürnberg mussten wir erst einmal schmunzeln.
Während wir im Wartebereich auf unseren Zug warteten, beobachteten wir eine Gruppe – zwei Erwachsene und mehrere Jugendliche. Vermutlich Lehrer und Schüler auf Klassenfahrt.
Das Lustige daran:
Die Jungs trugen oft nur eine kleine Sporttasche in der Hand.
Manche Mädchen dagegen lehnten gefühlt an halben Schrankkoffern.
Es lebe der kleine Unterschied.
Von Nürnberg bis Sylt – erstaunlich reibungslos
Unser Zug kam fast pünktlich – was ja durchaus schon als gutes Omen gelten darf.
Die Fahrt nach Hamburg verlief völlig ereignislos.
Von dort ging es mit dem Regionalzug weiter nach Elmshorn. Nach 15 Minuten Aufenthalt fuhren wir weiter Richtung Insel und überquerten schließlich den Hindenburgdamm.
Spätestens dort stellte sich das richtige Inselgefühl ein.
In Westerland angekommen, liefen wir den Bahnsteig entlang und bogen vor dem Bahnhofsgebäude links ab.
Der Urlaub auf Sylt konnte beginnen.

Um sich einen schnellen Überblick über die Insel zu verschaffen und natürlich auch um wirklich interessante Orte zu finden, ist ein guter Reiseführer hilfreich.
Der von Marco Polo leistet gute Dienste und wartet mit manch gutem Tipp auf.
Wer sich auf die Reise vorbereiten will: Hier gibt’s das Teil. (Anzeige)
Mit dem Bus nach Wenningstedt
Der ZOB war nicht zu übersehen. Also gingen wir erst einmal zur Information und kauften unsere Bustickets.
3,40 Euro pro Person und Fahrt – Inselpreise lassen schon mal grüßen.
Wir hatten Glück: Unsere Buslinie 1 Richtung Wenningstedt-Braderup, weiter über Kampen bis List, sollte bereits in fünf Minuten fahren. Der Bus fährt im 35-Minuten-Takt.
An der Haltestelle Wenningstedt Mitte stiegen wir aus.
Erste kulinarische Versuchung
Kaum ausgestiegen, standen wir schon vor der ersten Entscheidung des Urlaubs:
Rechts eine Bäckerei.
Links das Bistro von Fisch Blum.
Und natürlich meldete sich genau in diesem Moment ein erstes kleines Hüngerchen.
Aber Vernunft siegte – zunächst zumindest.
Erst einmal wollten wir zum Hotel.
Auf direktem Weg zum Hotel
Das Lindner Hotel Sylt ist übrigens leicht zu finden.
Einfach bei Fisch Blum in die Strandstraße einbiegen und dieser bis zum Ende folgen.
Nach ungefähr 500 Metern steht man schon am Ziel.
Also Koffer rollen, tief durchatmen und ankommen – der Sylt-Urlaub konnte jetzt richtig beginnen.

Ankommen mit Meerblick
Das Lindner Hotel Sylt machte gleich einen sehr guten Eindruck. Es ist wirklich hübsch eingerichtet und strahlt sofort eine angenehme Urlaubsatmosphäre aus.
Warum immer wir?
Ich weiß bis heute nicht warum, aber wir bekommen fast immer Zimmer in den oberen Stockwerken.
Wahrscheinlich sehen wir einfach zu sportlich aus. 😄
Diesmal fiel die Wahl auf den 3. Stock – es gab nicht mehr.
Den Aufzug ignorierte ich tapfer und beschloss, die Treppen zu nehmen. Mein Mann nahm mit dem Gepäck den Aufzug. Oben angekommen wurde wir allerdings belohnt.
Klein, gemütlich und mit Meerblick
Das Zimmer war schnuckelig und das Beste:
Wir hatten Meerblick.
Und plötzlich waren die drei Stockwerke nur noch halb so schlimm.





Der Hunger gewinnt – auf zu Fisch Blum
Der Meerblick war zwar schön, aber der inzwischen deutlich stärker gewordene Hunger hatte andere Prioritäten.
Also wieder runter, zurück zur Strandstraße – diesmal in die entgegengesetzte Richtung – und hinein zu Fisch Blum.
Das Bistro war bereits gut gefüllt, aber wir ergatterten noch einen Tisch für zwei.
Fisch, Flens und zufriedene Gesichter
Unsere Wahl fiel auf die Sylter Edelfischsuppe mit Gemüse und Baguette sowie gegrilltes Seelachsfilet mit Bratkartoffeln.
Dazu gab es zwei Flensburger Brauerei – eins mit Alkohol, eins ohne.
Plopp.
Allein dieses Geräusch gehört irgendwie schon zur Nordsee dazu. 😄
Das Essen war richtig lecker und – soweit man das auf Sylt sagen darf – sogar vergleichsweise günstig.
Zufrieden und satt machten wir uns wieder auf den Weg zum Hotel.
Koffer? Später. Erst ans Meer!
Eigentlich wartete jetzt noch der Koffer darauf, ausgepackt zu werden.
Aber zuerst musste etwas anderes sein.
Das Meer.
Also die Treppen hinunter – und schon standen wir am Strand.
Urlaubsgefühl: sofort vorhanden.


Abend am Meer – und ein langer erster Urlaubstag
Ein einzelnes Boot zog noch vorbei, während langsam die Dämmerung einsetzte. Die Farben wurden weicher, das Licht kühler – und plötzlich merkte man, wie lang dieser erste Urlaubstag eigentlich gewesen war.
Zurück ins Hotel und runterfahren
Wir gingen zurück ins Lindner Hotel Sylt, packten noch in Ruhe die Koffer aus und richteten uns für die nächsten Tage ein.
Dann war es soweit: Füße hoch, Ruhe einkehren lassen, ankommen.
Pläne für den nächsten Tag
Am nächsten Tag stand bereits das nächste Ziel fest: der Quermarkenfeuer Kampen.
Ein Leuchtturm, der zwar nicht der bekannteste auf Sylt ist, aber genau deshalb seinen eigenen Reiz hat – ruhig, etwas abseits und typisch nordisch.
Mit diesem Gedanken ging der erste Sylt-Tag zu Ende.
Urlaubslektüre – Unser Tipp
Unterhaltsame Sylt-Krimis.
Wenn Sie es auch lieben, Geschichten zu lesen, die da spielen, wo Sie Urlaub machen, dann können wir Ihnen die Sylt-Krimis von Gisa Pauly empfehlen. Die unterhaltsamen Geschichten um eine italienische Hobby-Ermittlerin auf Sylt hat uns gut gefallen. Es macht einfach großen Spaß, wenn man von einem Ort liest, an dem man tatsächlich war. „La Paloma“ ist der 19. Fall für Mama Carlotta.
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Tag 2: Haus Kliffende und alter Leuchtturm
Guter Start in den Tag
Ausgeschlafen und gut erholt machten wir uns gegen 8.00 Uhr auf zum Frühstück im Lindner Hotel Sylt.
Der Frühstücksraum war etwas verwinkelt, aber gerade dadurch auch angenehm heimelig.
Frühstück wie es sein soll
Das Frühstücksbuffet ließ kaum Wünsche offen: Wurst, Käse, Fisch, frisches Obst, verschiedene Semmeln (für Nichtbayern: Brötchen 😉), Brote, Müsli und Joghurt.
Dazu Kaffee aus dem Automaten, Tee an der Teebar – und sogar Sekt.
Letzteres wurde natürlich freundlich als „gut für den Kreislauf“ eingeordnet. Man will ja schließlich vorsorgen.



Strandwanderung mit Überraschungsgästen
Nach dem ausgiebigen Frühstück machten wir uns gut gelaunt auf den Weg: runter zum Strand und dann Richtung Norden.
Ebbe, Ruhe und perfekter Sand
Die Bedingungen hätten kaum besser sein können. Ebbe, der Sand leicht feucht, aber angenehm fest – ideal zum Laufen. Und dazu: erstaunlich wenige Menschen unterwegs.
Sylt zeigte sich von seiner ruhigen Seite.
Unerwarteter Besuch im Wasser
Dann fiel uns etwas im Wasser auf.
Und wir konnten es kaum glauben: eine Schule Delfine!
Vermutlich handelte es sich um Weißschnauzendelfine (kurz zur Sicherheit gegoogelt) – klein, schnell und unglaublich elegant unterwegs.
Flipper lässt grüßen – aber bitte nicht zu nah
Nur leider hatten sie offenbar keine Lust auf ein Fotoshooting.
So fotogen wie Flipper waren sie jedenfalls nicht.
Mal sah man kurz einen Rücken, mal einen Schwanz – dann waren sie wieder verschwunden.
Nach einigen vergeblichen Versuchen, das perfekte Bild zu erwischen, gaben wir das Fotografieren schließlich auf und gingen einfach weiter.
Manchmal ist es eben schöner, den Moment zu erleben, statt ihn zu jagen.




Am Roten Kliff entlang
Weiter ging es nun mit dem Roten Kliff rechter Hand – immer Richtung Norden. Die Landschaft faszinierend: Steilküste, Wind, Meer und dieses typische Nordseelicht, das alles etwas schärfer erscheinen lässt.
Am Parkplatz bei der Sturmhaube Kampen bogen wir schließlich rechts ab.
Ein Stein mit erstaunlicher Lebensgeschichte
Dort stießen wir auf den Kampener Findling, auch bekannt als Findling vom Roten Kliff.
Und der hat es wirklich in sich:
Auf der Informationstafel liest man, dass dieser Brocken etwa
- 20 Tonnen schwer
- 3,50 Meter hoch
- und über eine Milliarde Jahre alt ist.
Ein echter Veteran also.
Es handelt sich um einen Gneis aus dem skandinavischen Gebirge, der irgendwann seinen Weg bis nach Sylt gefunden hat – vermutlich deutlich weniger freiwillig als wir.
Im März 2005 wurde er schließlich neben einer Buhne am Hauptstrand geborgen und dort aufgestellt.
Kurzer Exkurs: Was ist eigentlich eine Buhne?
Zur Einordnung stand auch gleich eine Erklärung dabei: Eine Buhne ist ein meist rechtwinklig zum Strand verlaufender, ins Meer gebauter Damm, der dem Küstenschutz dient.
Wieder was gelernt – und diesmal sogar ohne Quizabend.
Zwischen Kliff, Wind und Geschichte wirkte dieser riesige Stein fast wie ein stiller Zeuge aus einer anderen Zeit. Und irgendwie passt genau das perfekt zu diesem Abschnitt der Insel.

Weiter zum Leuchtturm – mit Geschichte am Wegesrand
Weiter ging es schließlich in Richtung Leuchtturm. Wir bogen auf einen Holzsteg ein und gingen diesen entlang.
Haus Kliffende – ein Stück Kampener Geschichte
Dabei kamen wir am Haus Kliffende vorbei.
Und dieses Haus ist alles andere als irgendein Gebäude am Wegesrand.
Ein Haus mit Vergangenheit
Vor rund 100 Jahren, im Frühling 1923, entstand das Haus „Kliffende“ in Kampen nach einem Entwurf des Architekten Walther Baedeker im Auftrag von Heinrich Tiedemann.
1925 schenkte Tiedemann das Haus seiner Ehefrau, der Schauspielerin Clara Tiedemann (1891–1966). Sie führte das „Kliffende“ bis 1955 als Gästehaus. Mehr bei Wikipedia
Heute Teil der Inselgeschichte
Heute ist das Anwesen fest in die Geschichte Kampens eingebettet – ein Ort, der nicht nur Architektur, sondern auch viele persönliche Geschichten der Inselbewohner und Gäste widerspiegelt.
Und so wirkt „Kliffende“ am Weg zum Leuchtturm fast ein wenig wie ein stiller Zeitzeuge zwischen Dünen, Wind und Meer.



Am Leuchtturm angekommen
Noch ein Stückchen weiter – und wir hatten unser Ziel erreicht: den Leuchtturm.
Der Quermarkenfeuer Kampen wurde laut Wikipedia in den Jahren 1912/1913 als Quermarkenfeuer errichtet, um vor einer Sandbank in der Einfahrt zum Lister Tief zu warnen. Ein schlicht wirkender Turm – aber mit sehr praktischer Aufgabe.
Rundgang mit Weitblick
Nach einem kurzen Rundgang genossen wir die Aussicht. Die Luft war salzig, der Blick weit, das Licht typisch Nordsee: klar, ein bisschen rau und trotzdem wunderschön.
Der Wellengang hielt sich allerdings eher zurück – die Nordsee zeigte sich heute von ihrer ruhigen Seite.


Lieber durch den Sand als über Bohlen
Für den Rückweg hätten wir den Bohlenweg auf dem Kliff nehmen können. Praktisch, aber nicht ganz unser Stil.
Wir entschieden uns lieber wieder für den Strand. Sand unter den Füßen, Wind im Gesicht – genau so, wie wir es mögen.
Einkehr bei Onkel Johnny
Schließlich landeten wir bei Onkel Johnnys Strandwirtschaft.
Urig eingerichtet, entspannt, norddeutsch unkompliziert – genau der richtige Ort für eine Pause nach einem langen Strandspaziergang.
Ein Platz, an dem man sich sofort ein bisschen weniger geschniegelt und dafür deutlich wohler fühlt.





Aufwärmen bei Onkel Johnny – genau richtig
Bei Onkel Johnny war es angenehm warm – genau das Richtige, denn draußen wurde es inzwischen deutlich kalt und windig.
Tee, Bier und Currywurst
Die Entscheidung fiel schnell: heißer Tee und eine Currywurst.
Kurz darauf folgte allerdings die spontane Planänderung meines Mannes: Tee wird Bier.
Und so saßen wir beide zufrieden da – jeder auf seine Art versorgt.
Der Tee war heiß und wärmend, das Bier kalt und passend. Die Currywurst war lecker, allerdings leider nur lauwarm. Die Pommes dagegen hatten ihre Temperatur perfekt im Griff.
Zurück durch Wind und Weite
Gestärkt machten wir noch ein paar Fotos, bezahlten unkompliziert per Kartenzahlung und gingen wieder hinaus.
Auch von außen musste natürlich noch das eine oder andere Bild sein.
Dann ging es zurück Richtung Hotel.
Das Meer blieb ruhig, die Delfine ließen sich allerdings nicht mehr blicken.
Wir liefen durch den feuchten Sand, genossen die Stille und die Weite – auch wenn man irgendwann merkt, dass so ein Strandspaziergang doch mehr Sport ist, als er aussieht.
Als schließlich unser Strandabschnitt wieder auftauchte, war ich ehrlich gesagt ziemlich froh darüber. Für einen überzeugten Couchpotatoe ist so ein Marsch durchaus eine kleine Herausforderung.
Kleine Belohnung im Hotel
Im Hotel wartete eine angenehme Überraschung: ein Wasserspender mit Orangen- und Zitronenscheiben, an dem ich sofort zwei Gläser hintereinander trank.
Bewegung macht eben durstig.
Dazu gab es einen Korb mit Äpfeln – einer wurde sofort mein – und eine Platte mit kleinen Muffins. Alles „for free“ und sehr willkommen.
Dann noch schnell die Wanderstiefel an der Putzstation vom Sand befreit und ab aufs Zimmer.
Ein bisschen Ruhepause, bevor es weiter nach Westerland zum Essen ging.
Ziel: „Kompass“ in Westerland
Nach etwa einer Stunde machten wir uns wieder auf den Weg zur Bushaltestelle.
wir fuhren bis Westerland, Haltestelle Friedrichstraße Ost, und liefen ein Stück zurück in die Friedrichstraße, wo die Fußgängerzone beginnt.
Schon wieder mit Appetit im Bauch steuerten wir zielstrebig das Restaurant Kompass an.
Essen mit Inselregel
Die Mittagskarte (12.00–17.00 Uhr) macht das Lokal besonders attraktiv.
Wir bestellten:
- Sylter Currywurst mit Pommes (11,90 €)
- Matjes nach Hausfrauenart (14,90 €)
Am Meer muss es für mich einfach Fisch sein.
Die Currywurst war geschmacklich wieder sehr gut – leider erneut nur lauwarm. Vielleicht gehört das auf Sylt einfach dazu, wer weiß.
Satt und zufrieden schlenderten wir anschließend noch bis zum Ende der Fußgängerzone.
Heimweg im Lichterglanz
Als es bereits dunkel wurde, machten wir uns auf den Rückweg.
Der schön beleuchtete Weg oberhalb des Strandes führte uns gemütlich zurück.
Und dann passierte es…
Zwei dumme Fehler, die uns noch ein wenig beschäftigen sollten.
Zwei Fehler, ein langer Rückweg
Fehler Nr. 1: Der Weg endet früher als gedacht
Erster Denkfehler des Abends: Wir wussten nicht, dass der Weg beim Restaurant Die Seenot einfach endet.
Und zwar nicht mit einem freundlichen Schild, sondern mit einem klaren: Hier geht’s nicht weiter.
Fehler Nr. 2: Ebbe? Flut? Egal – Hauptsache falsche Zeit
Zweiter, deutlich unangenehmerer Fehler: Wir hatten keine Ahnung, wann Ebbe und Flut waren.
Spoiler: Es war Flut.
Das bedeutete: kein fester, feuchter Sand mehr, sondern weicher Untergrund, in dem man bei jedem Schritt ein kleines bisschen einsinkt.
Der Rückweg zog sich.
Der Wind legte noch eine Schippe drauf.
Und irgendwann blieb nur noch ein Gedanke:
Nach Hause. Warm. Sauna. Sofort.
Der lange Weg zurück ins Warme
Nach gefühlt einer Stunde tauchte endlich unser Strandabschnitt im Dunkeln auf.
Stufe für Stufe ging es hoch ins Lindner Hotel, dann noch einmal Stufe für Stufe ins Zimmer.
Und dann: direkt wieder runter.
Rettung in der Sauna
Die Sauna war nicht groß – aber sie war heiß. Und genau das zählte.
Die Muskeln entspannten sich langsam, die Kälte wich einem wohligen Gefühl.
Danach kurz zur Abkühlung in den Pool.
Da alle Liegen belegt waren, ging es direkt zurück ins Zimmer.
Endstation Schlafmodus
Fernseher an – mehr symbolisch als wirklich aktiv genutzt.
Keine zehn Minuten später war klar: Der Tag ist vorbei.
Tief und fest eingeschlafen.
Und durchgeschlafen bis zum nächsten Morgen.
Fazit des Tages
Laut Fitnessuhr: 14,3 Kilometer.
Oder anders gesagt: ein schöner Urlaubstag – mit ungeplant intensivem Beintraining
Tag 3: Am Stand nach Westerland
Mit leichtem Muskelkater in den Tag
Mit einem leichten Muskelkater vom Vortag ging es erst einmal ganz entspannt zum Frühstück im Lindner.
Dieses Mal entschieden wir uns bewusst für etwas „Solides“: Spiegeleier. Der Plan für den Tag war schließlich klar: heute sollte es gemütlicher werden.
Entspannt Richtung Westerland
Die Idee: einmal entspannt am Strand entlang nach Westerland laufen und anschließend bequem mit dem Bus zurückfahren.
Dazu noch ein Bummel durch die Fußgängerzone – mehr war eigentlich nicht vorgesehen.
Ein etwas überraschender Strandmoment
Auf dem Weg Richtung Westerland erlebten wir dann allerdings eine Szene, die man nicht alle Tage sieht.
Zwei Frauen zogen sich plötzlich – bis auf den Badeanzug aus, nahmen sich an der Hand und liefen ins Meer – im November!
Eine dritte Person filmte das Ganze konzentriert mit dem Handy.
Und das bei etwa 3 bis 4 Grad. Mir wurde schon beim Zuschauen kalt.
Lange hielten es die beiden allerdings nicht im Wasser aus.



Nordsee bleibt Nordsee
Und so ging der Spaziergang weiter – mit frischer Luft, Wind im Gesicht und dem typischen Gefühl, dass Sylt immer wieder Unerwartetes bereithält.
Teeparadies in der Fußgängerzone
In der Fußgängerzone angekommen, blieben wir zunächst beim Sylter Teehaus Teekula stehen.
Eine freundliche junge Frau bot uns dort heißen Tee in kleinen Probierbechern an – und der war wirklich richtig lecker. Genau der richtige Einstieg nach einem frischen Strandspaziergang.
Willkommen im Schlaraffenland der Tees
Drinnen ging das Probieren direkt weiter. Verschiedene Teesorten wurden großzügig angeboten, und schnell war klar: Hier kann man sich festtrinken – im besten Sinne.
Am Ende war unser inzwischen angeschafftes Körbchen ordentlich gefüllt.
Sorten, von denen wir vorher noch nie gehört hatten:
- grüner Tee mit weißem Tee
- „Tee zum Essen“
- und allerlei weitere exotische Mischungen
Kurz gesagt: ein kleines Schlaraffenland für Teeliebhaber.
Mehr als nur Tee
Doch damit nicht genug. Neben Tee gab es auch:
Marmeladen, Bonbons, Kekse, Schokoladenspezialitäten – und vieles mehr.
Für alle, die Tee mögen (oder einfach gerne probieren), ein absoluter Pflichtstopp.
Mit einer gut gefüllten Tüte verließen wir das Geschäft und hatten schon jetzt das Gefühl, ein Stück Sylt mit nach Hause zu nehmen.
Whisky statt Tee – nächste Station
Weiter ging es die Einkaufsmeile entlang, als mein Mann plötzlich abrupt stehen blieb.
Ich folgte seinem Blick und sah das Schaufenster von Andys Sylter Genusswelt.
Der Name war kaum gelesen – da war er auch schon drin.

Whisky mit glänzenden Augen
Ich folgte ihm also – und fand ihn direkt vor dem Whisky-Regal.
Und „Regal“ ist eigentlich untertrieben: eher eine kleine Genusslandschaft aus Glasflaschen, die im Licht angenehm glänzten. Mein Mann stand davor wie ein Kind im Süßwarenladen.
Whisky soweit das Auge reichte.
Aber Andys Sylter Genusswelt hatte noch deutlich mehr zu bieten: Kaffee, Liköre, Honig, Sanddornprodukte, Essige, Öle – ein echtes Paradies für Genussmenschen aller Art.
Ein kleines Fläschchen muss sein
Nachdem wir gerade erst im Teehaus ordentlich zugeschlagen hatten, hielten wir uns diesmal bewusst zurück.
Also wirklich nur ein Mini-Highlight:
Ein kleines Fläschchen „SILD Single Malt Whisky“ (0,05 l) für schlappe 11,00 €.
Mehr ging dann aber auch wirklich nicht. Wer sich ausführlicher über Sylter Whisky informieren möchte, wird hier fündig: Sylt Distillers Onlineshop
Wärmesuche in Westerland
Weiter ging es durch die Einkaufsmeile.
Für Kleidung konnten wir uns allerdings nicht wirklich begeistern. Pullover, Hosen, Jacken – alles schön, aber irgendwie nicht „wir“.
Dafür kam etwas anderes wieder sehr gelegen: Wärme von innen.
Café-Glück im 1. Stock
Schon vorher hatte ich recherchiert und das Café Extrablatt ins Auge gefasst.
Im 1. Stock angekommen erwartete uns ein heller, freundlicher Raum mit vielen großen Fenstern, Korbstühlen und humorvollen Bildern an den Wänden. Ein Ort, an dem man sich sofort wohl fühlt.
Wärmendes Essen für kalte Inselmomente
Bei einem freundlichen Ober bestellten wir:
- Salbei-Orangen-Ingwer-Tee mit frischen Zutaten und Honig
- Gulaschsuppe aus Rindergulasch mit gebackenem Pizzabrötchen
- Chicken Crispers mit Pommes und Dip
- dazu ein Beck’s
Und es war genau das Richtige: warm, kräftig, lecker – und perfekt nach einem windigen Inseltag.





Der letzte Wärmeschub des Tages
Als Abschluss und zum innerlichen Aufwärmen gab es dann noch das, was auf Sylt fast schon Pflichtprogramm ist: einen Pharisäer – und dazu einen Latte mit doppeltem Espresso.
Praktisch: Bezahlt werden konnte hier auch ganz entspannt per Kreditkarte.
Noch einmal ans Meer
Bevor wir den Rückweg zum Hotel antraten, zog es uns noch einmal kurz an den Strand.
Die Nordsee zeigte sich mit kleinen Wellen, die Möwen kreisten darüber.
Ein schöner, stiller Abschluss für einen langen Tag.
Ein Hauch von Oktoberfest auf Sylt
Auf dem Weg zur Bushaltestelle kamen wir noch an zwei sehr urigen Lokalen vorbei.
Besonders ins Auge fiel uns das De Kök.
Drinnen fühlte man sich plötzlich eher wie auf der Wiesn in München: weiß-blaue Wimpel, dekorative Elemente von der Decke – ein überraschender Stilbruch zur Nordsee.
Kaffee und Grog waren gut und sorgten noch einmal für angenehme Wärme von innen.
Irgendwie hatte der Laden diesen leicht schrägen Charme, der im Gedächtnis bleibt.
Das zweite Lokal war so klein, dass es tatsächlich nur Außenbestuhlung hatte – charmant, aber bei der frischen Brise eher etwas für hartgesottene Nordseefans.






Sauna statt Nordwind
Zurück im Lindner war die Entscheidung schnell klar: wieder ab in die Sauna.
Einmal richtig durchwärmen, Muskeln lockern und den Tag langsam ausklingen lassen – genau das Richtige nach einem weiteren langen Inselrundgang.
Ausblick auf morgen: Watt statt Wellen
Während die Wärme ihre Arbeit tat, stand auch schon der Plan für den nächsten Tag fest:
Der Wattwandersteg wartet.
Ein bisschen Marschland, ein bisschen Nordsee, viel frische Luft – Sylt bleibt abwechslungsreich.
Und mit diesem Gedanken klang der Tag entspannt aus.
Tag 4: Wanderung zum Wattenmeer
Gut gestärkt in den neuen Tag
Nach einem ausgedehnten Frühstück ging es gut gestärkt und bestens vorbereitet auf unsere nächste Tour.
Ziel: die Ostseite der Insel und das Wattenmeer.
Quer durch Wenningstedt und Braderup
Los ging es die Dünenstraße hinauf, dann in die Berthin-Bleeg-Straße. Dieser folgten wir bis zum Kreisel, den wir überquerten.
Danach wechselte die Straße ihren Namen gleich mehrfach – erst wurde sie zur Braderuper Straße, später zur Terp Wei.
Allein das klingt schon ein bisschen wie eine kleine Sprachreise durch Sylt. 😉


Durch kleine Wege ans Ziel
Wir folgten der Strecke weiter und bogen schließlich rechts in die M.-T.-Buchholz-Stich-Straße ein.
Direkt danach ging es links in die Üp de Hiir, die sich durch den kleinen Ort Braderup schlängelt.
Ankunft am weißen Kliff
Am Ende dieser Straße standen wir schließlich am Ziel: dem weißen Kliff am Wattenmeer.
Ein völlig anderer Blick auf Sylt – ruhig, weit und fast ein bisschen meditativ im Vergleich zur wilden Nordsee auf der Westseite.






Wattenmeer bei Ebbe – viel Land, wenig Wasser
Am weißen Kliff angekommen zeigte sich das Wattenmeer von seiner typischen Seite: weit, ruhig – und gerade ziemlich trocken.
Denn offenbar herrschte Ebbe, und das Wasser hatte sich so weit zurückgezogen, dass man eher von einer Landschaft als von einem Meer sprechen konnte.
Richtung Norden zum Wrack
Wir entschieden uns, weiter am Strand entlang nach Norden zu gehen – immer mit Blick auf die offene Weite des Watts.
Unser Ziel: das Wrack der Mariann.
Die Geschichte der „Mariann“
Zur Geschichte dieses besonderen Ortes findet man ausführliche Informationen auf der Website „Michels Hüs“ der Familie Christiansen.
Die Mariann war ursprünglich ein schwedischer Dreimastschoner und lag nach dem Zweiten Weltkrieg als ehemaliges Getreidetransportschiff abgetakelt in einem kleinen Hafen.
1961 hatten zwei Sylter aus einer Künstlergruppe eine ziemlich kreative Idee:
Sie wollten aus dem Schiff ein schwimmendes Café machen.
Heute nur noch Spuren im Watt
Heute sind von der Mariann nur noch Holzreste übrig.
Bei Ebbe kann man sie gut erkennen – als stilles Überbleibsel einer ungewöhnlichen Geschichte zwischen Meer, Kunst und Sylter Improvisationsgeist.
Ein Ort, der ein bisschen melancholisch wirkt, aber genau deshalb besonders spannend ist.

Durch die Dünen zur Kupferkanne
Wir folgten weiter einem der vielen Wanderwege Richtung Norden. Unser erstes Ziel lag fest: das Cafe Kupferkanne, gut drei Kilometer entfernt.
Heide, Hügel und Inselruhe
Der Weg führte uns durch eine überraschend hügelige Landschaft. Sanfte Dünen, mit Heidekraut bewachsen, wechselten sich mit kleinen Senken ab.
Im November konnte man das berühmte lilafarbene Blütenmeer zwar nur erahnen, aber die Vorstellung reichte völlig aus, um zu verstehen, wie spektakulär es hier im Spätsommer sein muss.
👉 Beste Zeit für die Heide: August und September
Fast allein unterwegs
Ein großer Vorteil dieser Jahreszeit: Wir waren praktisch allein unterwegs.
Zwischendurch boten die zahlreichen Bänke Gelegenheit für kleine Pausen, um einfach nur die Ruhe und Weite auf sich wirken zu lassen.
Typische Sylt-Bilder am Wegesrand
Immer wieder tauchten Reetdächer am Horizont auf, und auch der Leuchtturm Langer Christian begleitete uns, als vertraute Orientierung in der Landschaft.



Ankunft an der Kupferkanne
Schließlich erreichten wir die Kupferkanne, malerisch auf einem Hügel gelegen.
Über Holztreppen geht es hinauf – im Sommer mit herrlichem Außenbereich, heute eher mit Fokus auf Wärme und Gemütlichkeit.
Kaffee, Tee und Kuchenpause
Drinnen suchten wir uns einen Platz am Fenster und machten Pause.
Bestellt wurde:
- Kaffee
- Rooibostee
- Aprikosenkuchen mit Vanillecreme und Sahne






Kuchenpause mit Glücksgefühl
Der Aprikosenkuchen war tatsächlich so gut, dass man kurz darüber nachdachte, ob man nicht einfach noch einen zweiten nehmen sollte.
Dazu kam eine überraschend herzliche Bedienung – freundlich, aufmerksam und trotz offensichtlich langer Saison noch mit echter Gelassenheit unterwegs. Genau so, wie man sich ein Inselcafé wünscht.
Das Kupferkanne hinterließ damit nicht nur kulinarisch, sondern auch atmosphärisch einen sehr positiven Eindruck.
Weiter zum Wattwandersteg
Gut gestärkt ging es wieder hinaus in die klare Nordseeluft. Nächstes Ziel: der Wattwandersteg.
Wir verließen das Café in Richtung Westen und folgten zunächst dem Stapelhooger Wai.
Ein kleines Wegenetz durchs Inselinnere
Von dort aus ging es weiter:
- rechts in den Wattweg
- dann links in den Quellenweg
Die Wege auf Sylt haben ja oft diesen besonderen Charme: unscheinbar, aber irgendwie logisch, wenn man ihnen folgt.
Ziel erreicht: das Wattenmeer
Am Ende des Weges ging es noch einmal rechts, dann gleich wieder rechts – und schon war er da: der Wattwandersteg.
Am Ende des Bohlenwegs öffnete sich schließlich der Blick auf das Wattenmeer.
Ruhig und bei Ebbe wieder diese typische, fast endlosen Weite.



Kleine Strecke – großer Hunger
Bis hierhin war es eigentlich nur ein knapper Kilometer, aber offenbar hatte die frische Nordseeluft wieder zuverlässig Appetit gemacht. Trotz Aprikosenkuchen meldete sich das klassische „Einem kleinen Happen wäre ich nicht abgeneigt.
Also änderten wir spontan den Plan und machten uns Richtung Bushaltestelle in Kampen auf.
Abstecher in den Avenariuspark
Den Wattweg zurückgehend, legten wir einen kleinen Zwischenstopp ein: den Avenariuspark Kampen.
Der Park ist dem Kampener Ehrenbürger und Verleger Ferdinand Avenarius gewidmet und liegt mitten im Dorfkern.
Und er hat wirklich etwas Unerwartet-Ruhiges:
- einen Marmor-Buddha auf einem Sockel
- einen kleinen Dorfweiher
- ein Steg zu einem Podest, von dem aus man Vögel auf den kleinen Inseln beobachten kann
Ein Ort, der erstaunlich viel Gelassenheit ausstrahlt.
Kampen – das etwas andere Wohngefühl
Weiter ging es über den Wattweg – und plötzlich befanden wir uns in einem Viertel, das man durchaus als „nobel“ bezeichnen könnte.
Der Unterschied zu anderen Wohngegenden?
Keine Namen an den Briefkästen – nur Hausnummern.
Und davor parkten Autos, bei denen man sich unweigerlich vorstellte, wie sie innerlich sagen:
„Man gönnt sich ja sonst nichts.“
Zurück nach Wenningstedt – und direkt zum Essen
An der Hauptstraße angekommen mussten wir nicht lange auf den Bus warten.
Ziel war wieder Fisch Blum – offenbar entwickelt sich das langsam zur festen kulinarischen Institution unserer Reise.
Und tatsächlich: wieder ein freier Tisch für zwei.
Fischgenuss zum Tagesabschluss
Diesmal bestellten wir:
- Lachsfilet mit Garnelen, Beilage und Salat
- Blums Nordseeteller mit drei verschiedenen Fischfilets
Dazu:
- Grauburgunder
- alkoholfreies Flens


Kleiner Verdauungsspaziergang durch Wenningstedt
Wieder angenehm gesättigt – diesmal wirklich nachhaltig – wollten wir den Tag noch mit einem ruhigen Spaziergang ausklingen lassen.
Auf dem Plan standen der Dorfteich und die Friesenkirche in Wenningstedt-Braderup.
Der Dorfteich – ruhig, grün und voller Leben
Über die Westerlandstraße ging es Richtung Norden, einfach immer geradeaus. Nach etwa 600 Metern erreichten wir den idyllischen Wenningstedter Dorfteich, mitten im Ort.
Hier leben verschiedene Wasservögel – Enten, Schwäne – sowie Fische und Amphibien. Ein kleines Naturbiotop..
Wir umrundeten den Teich gemütlich und ließen die Atmosphäre auf uns wirken.

Friesenkapelle – heute leider geschlossen
Die Friesenkapelle Wenningstedt wollten wir uns eigentlich noch anschauen, aber sie war – wie so viele kleinere Kirchen – leider geschlossen.
Also blieb es bei einem Blick von außen und einem kurzen Eindruck.

Café Sylter Domizil – Eiskaffee trotz Wintergefühl
Trotz kalter Finger und dicker Jacke lockte draußen auf der Tafel tatsächlich noch Eiskaffee.
Kurz gezögert – dann doch bestellt. Sylt darf ja auch ein bisschen widersprüchlich sein.
Das Café war gemütlich eingerichtet.
Am Fenster saßen drei ältere Damen bei Kaffee und Kuchen mit Sahne. Und ganz ehrlich: Dieser Anblick hätte problemlos als Vorlage für Udo Jürgens’ „Aber bitte mit Sahne“ durchgehen können. Der passende Soundtrack lief im Kopf direkt mit.
Ein Café, das wir zu spät entdeckt haben
Der Eiskaffee war richtig gut – und gleichzeitig der Gedanke: Schade, dass wir dieses Café erst jetzt gefunden haben.
Ein klassischer „Das merken wir uns fürs nächste Mal“-Moment.
Letzter kompletter Tag auf Sylt
Auf dem Rückweg ins Hotel wurde uns bewusst: Es war unser letzter voller Tag auf der Insel.
Irgendwie immer ein komisches Gefühl.
Sauna statt Abschiedsstress
Im Hotel ging es deshalb noch einmal in die Sauna – einmal durchwärmen, runterkommen, nichts mehr planen.
Danach: zurück aufs Zimmer, gemütlich ins Bett.
Koffer? Morgen.
Einpacken konnte warten.
Für heute galt nur noch eines: ankommen, ausruhen und den letzten Abend einfach wirken lassen.
Tag 5: Heimreise
Ein letzter Inselmorgen
Eigentlich ginge unser Zug erst um 12.20 Uhr. Aber mein Mann war – wie so oft – der Meinung, dass man besser etwas früher losgeht, damit der Anschlusszug in Hamburg nicht zum Nervenspiel wird.
Also: Sicherheitsvariante.
Frühstück mit Abschiedscharakter
Wir gingen früh zum Frühstück und diesmal ordentlich.
Musste schließlich bis Hamburg vorhalten.
Und ja: ein kleines Glas Sekt durfte auch noch sein. Nicht aus Luxusgründen, sondern rein therapeutisch zur Abschiedsentspannung.
Abschied vom Meer
Dann zurück aufs Zimmer, Koffer fertig packen, auschecken.
Und natürlich noch einmal ans Meer.
Ein letzter Blick über die Nordsee, einmal tief die salzige Luft einatmen, und dann dieses leise, typisch norddeutsche:
„Moin und bis irgendwann.“
Mehr braucht es eigentlich nicht.
Wegzehrung muss sein
Direkt gegenüber kauften wir in der Bäckerei Raffelhüschen noch vier Franzbrötchen für die Reise als Wegzehrung. 3
Früh am Bahnhof – viel zu viel Zeit
Um sicher den Bus um 10.00 Uhr zu erwischen, gingen wir rechtzeitig zur Haltestelle.
Der Bus kam nach wenigen Minuten – und wir waren überraschend früh am Bahnhof in Westerland.
Ankunft: 10.50 Uhr.
Bonuszeit am Bahnhof
Plötzlich hatten wir reichlich Zeit.


Die grünen Riesen am Bahnhofsvorplatz
Auf der Sylter Website liest man über die Figuren am Bahnhof:
Die knallgrünen Skulpturen mit verdrehten Köpfen und etwas eigenwilligen Proportionen gehören seit 2001 fest zum Bahnhof Westerland und gelten inzwischen fast als sein Wahrzeichen.
Wir konnten sie also guten Gewissens noch einmal fotografieren – sozusagen der offizielle Abschiedsgruß von Sylt.
Zeitvertreib mit mäßigem Erfolg
Weil wir immer noch reichlich Zeit hatten, versuchten wir uns aus reiner Langeweile an zwei Kästchen Lotto.
Ergebnis: kein einziger Treffer.
Man muss auch verlieren können – sagt man ja so leicht.
Rückfahrt ohne Drama – zunächst
Der Zug kam schließlich und die Fahrt lief erstaunlich ruhig.
Umstieg in Elmshorn, dann pünktliche Ankunft in Hamburg.
Dort hatten wir sogar großzügige 1 Stunde 25 Minuten Umsteigezeit.
Hamburg Hauptbahnhof: viel Betrieb, wenig Sitzplätze
Was wie ein entspannter Aufenthalt klang, entpuppte sich allerdings als kleine Geduldsprobe.
Sitzgelegenheiten? Praktisch nicht vorhanden.
Außer dem zugigen Bahnsteig – und der hielt, was er versprach.
Also blieb nur die Gastronomie.
Warm, eng und leicht trotzig
Wir fanden einen winzigen Zweiertisch in einem Lokal und bestellten Tee und Kaffee.
Warm war es – das war schon einmal viel wert.
Die Bedienung war ausgesprochen aufmerksam und fragte mehrfach, ob alles in Ordnung sei. Wir antworteten irgendwann etwas knapper, als beabsichtigt – leicht „bahnhofsgeschädigt“, könnte man sagen.
Die Zeit zog sich zäh wie Kaugummi.
Warten im Wind
Nach der dritten Nachfrage baten wir schließlich um die Rechnung.
Danach verbrachten wir noch rund 20 Minuten auf dem immer noch zugigen Bahnsteig – diesmal wieder klassisch norddeutsch-frisch.
Pünktlichkeit mit Überraschungseffekt
Der nächste Zug kam tatsächlich pünktlich.
Die Weiterfahrt Richtung Süden verlief zunächst problemlos.
Bis wir in Nürnberg doch noch einmal im Laufschritt zum Anschluss mussten.
Unser Resümée
Sylt ist auf jeden Fall eine Reise wert. Je nach Geschmack – die einen im Sommer, die anderen eher im Herbst oder Winter – kann man dort ganz unterschiedliche, aber immer eindrucksvolle Tage verbringen.
Wir gehören eindeutig zur zweiten Fraktion: raue See, Wind im Gesicht und diese besondere Ruhe, die die Insel in der Nebensaison ausstrahlt.
Fazit
Für uns steht fest:
Das war nicht unser letzter Besuch auf Sylt.
Und wenn wir mit diesem Reisebericht vielleicht bei dem einen oder anderen ein bisschen Lust auf die Insel geweckt haben, dann freut uns das umso mehr.

Viele (aber nicht alle) unserer Fotos machen wir mit der EOS R10 von Canon. Wir verwenden Sie im Moment mit dem mitgelieferten RF-S 18-45mm F4.5-6.3 is STM Zoomobjektiv.
Und wir lernen die Möglichkeiten dieser tollen Kamera gerade erst kennen.
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Petra und Harald Graf
Petra und Harald Graf